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Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
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140
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140 Brunos Sachsenkricg. Kap. 114-115.

1079. allmächtigen Gottes geboten hat, ihm zu gehorche». Ist etwa dasalles wieder umzustoßen und für nichts zu achten?

„Doch daß wir von allem übrige» schweigen, wenn auch nurjene von euch im Sendgerichte ausgesprochene Lösung des Eidesder Treue Geltung haben soll, so ist es sicherlich unzweifelhaftgewiß, daß jener nicht König sein kan». Denn wie kann der Kö-nig sein, dem fortan niemand zur Haltung der Treue verpflichtetist? Wie kann der das Volk regieren, welcher in gerichtlicher Ver-handlung niemanden bei der Verpflichtung seines geschworenen Eidesgebieten kann, ein gerechtes Urtheil abzngeben? Wenn aber, wasferne sei, jene apostolische Entbindung vom Eide nicht für gültigzu halten ist, wie wird es dann um jene Bischöfe und um alleübrigen stehen, welche im Vertrauen auf jene Lossprechung dendiesem vorgenannten Heinrich geschworenen Eid gebrochen haben?Werden sie nicht offenbar des Meineids überführt? Denn wenner mit Recht König sein kann, so haben die wider das Recht ge-handelt, welche das Joch der ihm geschworenen Treue von sichgeworfen haben. Und noch eins! Was wird aus jenen Eidenwerden, welche nachher dem König Rudolf geleistet sind, dessenHerrschaft wir kraft eurer Vollmacht unterworfen sind?

„Sehet, welch' eine Verwirrung aller Dinge! Alle, welche ge-sunden Sinnes sind, mögen aufmerken und znsehen, ob etwas der-gleichen je geschehen ist, ob je in der Kirche eine Verwirrung er-hört war, die dieser Verwirrung ähnlich wäre. Ihr sehet, liebsterHerre, daß die Erde beweget und zerrissen ist. Wollt ihr ihreBrüche heilen, so verharret fest in dem was ihr begonnen habt,und reißet nicht wieder ein, was ihr gebauet habt. Denn wennihr auf dem begonnenen Wege zurück schreiten und um der Schwie-rigkeiten willen Ausbeugungen suchen wollt, so heilet ihr nichtnur nicht, was verwundet ist, sondern ihr verwundet, was nochheil ist. Wenn ihr das verleugnet, was ihr kraft eurer Vollmachteinmal verordnet habt, und uns mitten in dem Ungewitter ver-lasset das um euretwillen über uns gekommen ist, so ist Himmelund Erde unser Zeuge, daß wir mit Unrecht zu Grunde gehen."