Druckschrift 
Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

Bedrückung der Sachsen und Schwaben. Unzufriedenheit. 21

18. Sigefrid der Erzbischof von Mainz, sandte an die -BischöfeWerinher von Magdeburg und Burchard von Halberstadt einSchreiben voll Klagen, daß der König sich in seinem SprengelOrte auserlesen habe, die sich zu Räubereien eigneten, dort Bur-gen anlege und mit Besatzungen versehe, und so den Besitzungenseiner Kirche vielen Schaden zufüge. In demselben Schreiben bater die Bischöfe ein festes Bündniß zwischen ihm und dem ErzbischofAnno von Köln zu vermitteln — nicht etwa weil sie in Feind-schaft entzweit wären, aber weil doch auch nicht eine so zuverlässigeFreundschaft sie verbinde, daß jeder von ihnen es wagen könnte,dem andern seine Geheimnisse, so wie er wohl möchte, anzuvertrauen.Dieses aber thue dem ganzen Reiche Noth — denn wenn jeneBeiden, welche im Reiche den Vorrang hatten, getreulich zusam-men gehalten hätten, so würden sie in voller Sicherheit das ganzeReich in Händen haben können — und niemand würde diesesleichter bewirken können als jene beiden Bischöfe, weil der einevon ihnen, nämlich der Magdeburger, ein Bruder, der andere aberein Vetter des obengenannten Erzbischofes von Köln war. Aehn-liche Klagen theilten sich fast alle Fürsten des deutschen Reichesgegenseitig mit, aber doch wagte niemand offen damit hervor zutreten: so große Furcht hatten alle vor dem Könige. Dergestaltalso wurde dieser Krieg, obgleich dem Anscheine nach die Sachsenallein ihn begannen, doch keinesweges nach ihrem Rathschluß alleinangesangen. Obgleich nun, wie gesagt, jeder einzelne unter denFürsten so viele und schwere Unbill und Schmach erduldete, sofühlte doch jeder uur was ihn selber traf; wer noch unverletzt war,hatte keine Theilnahme für den Schaden seines Nächsten, und demgemeinsamen Uebel widerstanden sie nicht mit gemeinsamem Rathe.

"Der König sann auf den Schaden Aller, räumte dazu jedes Hin-derniß aus dem Wege und sah sich auf allen Seiten nach Hülfeum, damit er seinen bösen Willen ins Werk setzen könnte; jeneaber hielten das Uebel nur für ein besonderes, örtliches, und sahenkeine Mittel vor zur Abwehr des gemeinsamen Verderbens. Umaber alle, so wie er es wünschte, unterdrücken zu können, suchte