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Brunos Sachsenkrieg. Kap. 16—18.
dem aber Besatzungen in die Burgen gelegt waren, und diese nunansingen rund umher ans Beute auszugehen, für sich zu erntenwo sie nicht gesäet hatten, freie Männer zu knechtischer -Arbeit zuzwinge», und ihre Töchter und Frauen zu beschimpfen: da erstsahen sie ein was jene Burgen bedeuteten, und doch wagten sienoch nicht Widerstand zu leisten oder sich zu vertheidigen. Nurdiejenigen welche selbst den Schaden duldeten, beklagten sich ver-stohlener Weise bei denen, welche, ferner wohnend, noch nichtsvon den Burgmannschaften zu leiden hatten. Aber diese versäum-ten es den Bedrängten Hülfe zu leisten, und kräftigten auf dieseWeise selbst die Tyrannei welche daun auch sie erreichte. Dennvon de» Bauern ging der König weiter zu dem Mittelstände, vonden Bvdenfrüchten zum Raub der Freiheit. So nahm er denFriderich vom Berge, welcher unter den freien Männern und so-gar unter dem Adel für sehr angesehen galt, als seinen Dienstmannin Anspruch; und auch den Willehelm, welcher wegen seiner über-triebenen Prachtliebe der König von Lothesleben genannt wurde,verfolgte er mit solcher Grausamkeit, weil er nämlich reichen Be-sitz aber wenig Verstand hatte, daß vornehmlich wegen dieser beidenganz Sachsen sich gegen den König verschwor; obgleich sie es ih-rem Volke schlecht genug vergolten haben. Denn nachdem alleSachsen schon offenen Krieg gegen den König begonnen hatten,vergaßen jene beiden der beschworenen Treue, verließen ihr Vater-land, und schlugen sich zuerst als erbärmliche Ueberläufer zu denFeinden. Allein daS wird sich später zeigen.
17. Das Volk der Schwaben aber sandte, als es von derBedrückung der Sachsen vernommen hatte, Voten zu ibneu, undschloß mit ihnen ein Bünduiß, daß nämlich keiner von beidenStämmen dem Könige zur Unterdrückung des anderen Hülfe leistenwolle. Denn der König wollte auch die Schwaben mit Gewaltunterdrücken, und sie zwingen von ihrem Erbgut Zins zu zahlen.Wenn die Sachsen dieses Bünduiß getreulich bewahrt hätten, sowären sie von dem Makel der Treulosigkeit und Von einem großenTheile ihres Unglücks frei geblieben.