Einleitung.
XVI
(oriio militsris S. 41) die Rede; das Wort miles bedeutet sowohlRitter als Vasall, und kommt auch den Fürsten zu; die übrigenwerden ihnen als Ritter zweiter und dritter Ordnung gegen-über gestellt (milites oräinis seonnäi sive terlii S. 103). Diesessind nun die vollberechtigten Stände; daneben gehören zu den waf-fenführenden noch die unfreien Dienstmannen (kamuli S. 41. eigent-lich Knechte, englisch Knixi,t), welche erst später mit der freienLehnsmaunschaft vermengt wurden; bevorzugt darunter sind desKönigs Knechte (S. 12. 20. 45). Dagegen erwähnt Bruno ver-ächtlich, daß auch Kaufleute (merestoros S. 111) sich in des Kö-nigs Heer befanden, und bezeichnet sie als unkriegerisch; sie habensich bald genug eine ansehnlichere Stellung zu erringen gewußt.Nicht so gut aber ist es den Bauern gegangen; daß Heinrich IVdas Aufgebot der fränkischen Bauerschaften ins Feld führte, er-regte den größten Zorn der stolzen Ritter, und sic vermochten auchnicht das Feld zu halten. Auch Bruno spricht in ziemlich weg-werfender Weise von den Bauern (sxrivolss S. 20. rustiei S. 36.37. 45. 152.).
Eine genauere und schärfere Deutung der Ausdrücke, mit wel-chen Bruno die verschiedenen Stände bezeichnet, läßt sich wohlkaum geben, da er selbst hierin wenig genau zu sein scheint, undauch in Wirklichkeit gerade damals eine Zeit des Uebergangs war.Von einem Geboren sein zu den Waffen ist noch nicht die Rede;diese starre Ausschließlichkeit des Ritterstandes gehört erst dem fol-genden Jahrhundert an, und vollständig hat die Schematisirungnie durchgeführt werden können, weil niemals das LehenSsystemganz durchgedrungen ist, und während die bestimmenden Gesichts-punkte von diesem hergenommen wurden, die bürgerliche Freiheitin den Städten und die Reste alter Freiheit auf dem Lande in demSysteme niemals eine passende Stelle finden konnten.