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Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
Seite
XIII
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Einleitung.

XIII

mals dem gebannte» König einen so unbedingten Eid der Treueleisten? sie, die sich nachher immer auf die Lösung der Eide durchden Papst bei der ersten Verkündigung des Bannfluchs berufen,und es um dieser Ursache willen für unmöglich erklären, Hein-rich noch ferner als König anzuerkennen? Heinrich hat sich argeDinge zu Schulden kommen lassen, aber auch die Gegner warennicht so rein, wie Bruno sie darstellt, und mit dem Eide wurdedamals überall das freventlichste Spiel getrieben.

Wenn wir also Bruno keine absichtliche Entstellung der Wahr-heit Schuld geben wollen, so können wir um so weniger umhin,ihm eine tiefere Kenntniß der Ereignisse abzusprechen; zu den ver-trauteren Verhandlungen ist er nicht zugezogen worden, hinter denVorhang hat er niemals geschaut, er weiß nur, was sich dasVolk auf der Gasse erzählte. Freilich weiß er auch nichts, oderwill nichts wissen, von den häufigen Versammlungen der Sach-sen und Thüringer nach ihrer ersten Niederlage (1075), wo zwi-schen Volk und Fürsten die größte Zwietracht hervortrat, wo dasVolk murrte, daß cs von seinen Fürsten in die Gefahr geführtund dann im Stiche gelassen sei, während jene auf ihren FestenZuflucht gefunden, das Land aber der Plünderung Preis gegebenhatten. Wenn uns aber das verschwiegen wird, so fehlt uns derSchlüssel zu der so überraschenden gänzlichen Ergebung der Sach-senfürsten im Herbste desselben Jahres. Bruno klagt wohl einmalüber Abtrünnige und Verräther, aber bei denen welche nicht zuHeinrich übergehen, erscheint nach ihm alles so voll Liebe undEintracht, daß man gar nicht recht cinsieht, weshalb es ihnendenn gar so schlecht geht. Er klagt freilich bitter über die Ent-zweiung der Sachsen und Schwaben; daß aber die Hälfte derSchwaben auf Heinrichs Seite war, erfährt man eben so wenigals den Grund, weshalb denn eigentlich Herzog Rudolf »ach demGerstunger Frieden (2. Febr. 1074) so erbittert war; denn Brunosagt ja kein Wort von den im Oktober 1073 zu Gerstungen ge-pflogenen Unterhandlungen, von der Berufung einer Versammlungnach Mainz, um schon damals Rudolf zum Könige zu wählen,