Druckschrift 
Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
Seite
XII
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Einleitung.

zuverlässig. Sv setzt er die Freilassung des Herzogs Magnus vorden Beginn des sächsischen Aufstandes, während er doch erst nachHeinrichs Flucht von der Harzburg (8. August 1073) am 15. Au-gust seine Freiheit erhielt. Sein Bericht über die Flucht des Bi-schofs Burchard von Halberstadt, über welche doch gerade er wohlhätte unterrichtet sein können, erweist sich durch Vergleichung mitdem zuverlässigeren Lambert als ganz ungenau.

Solche Sorglosigkeit des Schriftstellers muß uns bei seinerBenutzung auch da sehr vorsichtig machen, wo er unsere einzigeQuelle ist. Wie nun aber erst da, wo er von seinen Gegnernspricht? Es ist bekannt, wie schwer es in politisch aufgeregtenZeiten wird, die Wahrheit zu erfahren, wie dieselbe Thatsache inverschiedenen Kreisen auf ganz entgegengesetzte Weise erzählt, wieganz unglaubliche, und auch wirklich aus der Luft gegriffene, oderdoch arg entstellte Dinge behauptet, und in gutem Glauben be-hauptet werden. Schon darum würden wir Brunos Angaben mitVorsicht aufzunehmen haben; aus demselben Grunde aber würdees wohl ungerecht sein, ihm absichtliche Entstellung der WahrheitVorzuwerfen, obgleich manche Stellen seines Werkes den Gedankendaran nahe genug bringen. Die offenbare Unrichtigkeit mancherBehauptungen Brunos hat Stenzel in einer eigenen Abhandlunguachgcwiesen. Am bedenklichsten erscheint die Versicherung S. 101,daß der König den Bischöfen von Magdeburg und von Merseburgbei ihrer Entlassung nichts über ihre Rückkehr gesagt habe, wo-durch ihr Bleiben gerechtfertigt werde» soll; freilich war auch nachLamberts Angabe von ihrer Rückkehr nicht die Rede gewesen, wohlaber hatten sie dem König vor ihrer Entlassung noch einmal un-verbrüchliche Treue eidlich geloben müssen. Darin läßt sich eineabsichtliche Entstellung der Thatsache wohl kaum verkennen; nurdas bleibt fraglich, von wem dieselbe ausging, und es ist sehrmöglich daß Bruno arglos mittheilt, was die Bischöfe zur Be-schönigung ihres Benehmens zu Hause erzählten. Man wird nunfreilich von diesen nicht verlangen, daß sie wirklich gegen ihre Lands-leute hätten kämpfen sollen; allein durften sie denn überhaupt da-