Druckschrift 
[4] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

'85

Men kann, welcher brav oder politisch genug ist, umdie verschiedenen Glieder, aus denen Deutschland zu-sammen gesetzt ist, bey einander zu halten, sie allesvon den Fürsten dieser Kreise zu fürchten hat, die siersdarnach trachten, ihre alteReligionS- und Wahl-Frey-heit wieder zu erlangen. Ich nehme davon selbst denChurfürsten von Sachsen nicht aus, ob er schon demKaiser am aufrichtigsten zugethan scheint, von dem ecsein Fürstenthum hat. Denn es ist unzweifelhaft, daßihn seine Religion bald oder spät mit seinem Wohlchä«ter entzweyen werde. Setzen wir aber auch, daß derKaiser ganz auf die Dankbarkeit dieses Fürsten rechnendürfe; so wird dieser doch nichts oder nur sehr wenigzu thun im Stande seyn, so lange er noch die LinieJohann Friedrichs, dem er dieß Churfürstenthum ent-riß, zu Widersachern hat.

So findet man bey genauer Prüfung, daß beynahealle Mächte, welche Spanien zu verstärken scheinen, ihmentweder schlecht ergeben, oder schwache Helfer sind.Jedermann weiß, daß der allgemeine Gegenstand desBestrebens aller Städte und Fürsten, sowohl in derSchweitz als in Teutfchland ihre Vefreyung von derHerrschaft des Kaisers ist, selbst ihre Vergrößerung aufseine Kosten. Er kann nicht sichrer auf die GeistlichenFürsten als auf die andern rechnen. Ein fremderKaiser ist alles, was sie am lebhaftsten wünschen, wenn- er nur nicht von der andern Religion ist. MchrS wür-de den Erzherzogen, so gut sie auch Spanier sind, mehrVergnügen machen, als eine Verfügung, wodurch siein Flandern souverain und unabhängig von Spanienwürden. Sie sind es endlich müde, immer nur dessenKnechte zu seyn. Welches Band knüpft den Herzogvon Savoyen an die Spanier? Einzig die Furchtvor Frankreich. Von Natur haßt er sie, und hat esM ; dein