Druckschrift 
[4] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

Städte begriffen seyn sollen, in deren Besitz Spanienin Flandern gesetzt worden oder verblieben war; weilsie, wie sie sagten, zu viel wagen würden, wenn sie sonahe Nachbarn von Spanien blieben, welches unterBegünstigung eines falschen Friedens sich leicht dessenwieder bemächtigen könnte, was es aufzugeben schiene.Spanien hingegen hätte nur ungerne ein so schönesKleinod aus seiner Krone verloren.

Nachmittags machte mir derVenetianischeRcsidentVisite, welcher Sekretär dieser Republik war. Ecsprach eben so offenherzig mit mir, wie Barneveld, weilsein Staat sich eben so sehr über Spanien zu beklagenhatte, eben so eifersüchtig auf diese Macht war, undmit Frankreich in Verbindung stand. Er bestätigtemir noch alles, was ich mir von der Unschlüssigkeit Ja-kobs vorgcstellt hatte. Er sagte mir, daß dieser Herr,der so oft und so laut das große Wort: Europens Po-litik im Mund führe, im Grund sich doch um nichtsweniger bekümmere. Daß die ganze Verstellung, auswelcher man ihm ein Verdienst machte, noch nie inetwas anderm als darin bestanden habe, daß er jeder-mann Hoffnung mache, ohne sie je zu erfüllen. DaßEr diese Maxime nicht verlassen würde, da man oftvon ihm die Aeußerung gehört habe, nur durch diesenKunstgriff die Gefahren , welche ihn als König vonSchottland bedroht hätten, abgewendec zu haben. Ecwerde davon jetzt nur desto mehr Gebrauch machen,am Anfang einer Regierung, und an der Spitze einesgroßen Reichs, von dem er zur Zeit noch weder dieEinwohner, noch die Geschäfte, noch die Nachbarnkennte. Alles Dinge, die ihm seinen Grundsatz nochmehr empfehlen mußten.

Diese Bemerkungen des VenetianerS zeugten vonEinsicht. Er entdeckte mir hierauf das Verfahren des

Her-