Druckschrift 
[4] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

n6

Jakob war bey weitem nicht so für Heinrich einge.nommen, als Elisabeth. Man hatte ihm hinterbracht,daß er ihn spöttisch capimina äs arrs, clsrc aux armeszu nennen pflege. Es hielt schwer, zu bewirken, daßnicht im Anfang die Vorstellung von den alten Ansprü.chen Englands an Frankreich, von denen man ihn sehrernstlich unterhalten hatte, einigen Eindruck auf ihnmachten. Von mir hatte man ihm gesagt, baß meinBruder und ich sehr unehrerbietige Reden von SeinerPerson geführt hätten. Setzen wir noch, um diesenFürsten genauer zu schildern, dazu, daß er rechtschaf«fen und gewissenhaft war, daß er Beredsamkeit undselbst Gelehrsamkeit besas, doch minder als Scharfsinnund Anlage ein Gelehrcer zu werden. Er hörte eSgern, wenn man von Staatsangelegenheiten sprach,und ihn von großen Unternehmungen unterhielt, die erselbst mit methodischem und systematischem Bück ab«wog, sich aber nicht weiter darauf einließ. Denn erhaßte von Natur den Krieg, und noch mehr, selbstKrieg zu führen. Er blieb kalt in seinen Handlungen,ausgenommen auf der Jagd. Er war ohne Aufmerk«samkeit in Geschäften. Alles Zeichen eines stillen,furchtsamen Geistes, welcher fremder Leitung bedarfund folgen wird. Dies! war schon aus seinem Ver-fahren gegen seine Gemahlin leicht zu schließen.

Diese Prinzessin (20) hatte in ihrem Charakterkeinen Zug von der GemüthSart ihres Gemahls. Siewar von Natur kühn und unternehmend. Sie liebtePrunk und Glanz, Geräusch und Jmriken. Sie hattesich sehr weit in alle bürgerliche Faktionen eingelassen,nicht nur in Schottland, wegen der Katholiken, die sieunterstützte und selbst ausgesucht hatte, sondern auch inEngland, wo die Mißvergnügten, deren nicht wenigewaren, es nicht ungern sahen, daß sie sich an eine