Druckschrift 
[4] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

5 « -

de liefern müsse, weil es unmöglich sey, daß irgendJemand für seine künftigen Gesinnungen haften könne.Weit entfernt also, mich zu beklagen, fände ich inallem, was er mir gesagt hätte, bloß eine Ursache, seineKlugheit zu bewundern, und ihm zu danken, weilseineBelohnungen, so sehr er sw auch einschränken mochte,dennoch immer bey weitem meine Erwartungen undmein Verdienst überträfen.

Da ich aber nicht zweifeln konnte, daß boshaftesEinblasen der über mein Glück eifersüchtigen Hofleukean der Furcht, welche mir der König gezeigt hatte, ^Antheil haben könnte, so ergriff ich diesen Augenblick,um ihn zu einer Erklärung zu bringen, zu welcher,wie ich damals gleich vorauösah, ich mehr als einmalwürde Hurückkommen müssen. Ich bat ihn daher umErlaubniß ihm vorzustellen, daß er nicht ohne Ungerech»ligkeit den giftigen Nachrichten der Angeber Glaubenbeymessen könnte, wenn er sich nicht vorher genau vonmeinem Unrecht überzeugt und mich selbst gehört hätte.Meine Aufrichtigkeit, ihm meine Fehltritte zu geste-hen, die er stets unverändert finden würde, verdiente,daß er so mit mir verfahre. Er würde gewiß sehen,daß die strafbaren Absichten, welche meine Feinde mirbeylegten, höchstens in dem einen Fehler bestünden,den ich auch jetzt gleich ohne Schwierigkeit einräumenwollte, und für welchen ich ihn freylich um Nachsichtbitten müßte, daß nehmlich zu,veilen, wenn Hindernisseoder Aufschub bey Einrichtungen, die ich für nöthighielte, mich ungeduldig machten, mir ein Wort vonVerdruß oder Klage über seine eigne zu große Nach-giebigkeit entwischen könnte, aus welchem dann gleichmeine Feinde mir ein Verbrechen machten, da mandoch jm Grunde in dieser Handlung selbst, auf welche

sie