schlecht zu verbergen wisse, daß man es auf seinem Ge-sicht lese. Der König entdeckte mir hierauf seine ge-heimsten Gesinnungen über den Marschall. Er hartenoch seine ehmalige Zärtlichkeit für ihn, und sah ihnnicht anders als mit Mitleiden an. Er wünschte sehr,daß man ihm hatte Mittel zeigen können, denselben,ohne Gefahr, nicht als einen Staatsverbrecher behandelnzu müssen. Allein dieses war bey dem Charakter, wel-chen Biron, wie jedermann wußte, besaß, nichts leich-tes. Auf der einen Seite war es gefährlich, ihn sichnun entgehen zu lassen, da er nicht die geringste Reueüber irgend etwas bezeugte; auf der andern Seite wardie Gefahr nicht weniger groß, wenn man ihn, ausZutrauen gegen seine Ergebenheit, wieder auf freyenFuß stellen wollte, nachdem man ihm zuvor gezeigthätte, daß man die Beweise seiner Verrätherey inHänden habe.
Der König kehrte hierauf noch zum leßtenmalezu dem Entschlüsse zurück, den ihm seine natürlicheGelindigkeit immer eingegeben hatte, daß man ver-suchen sollte, den Marschall zum Nachdenken über sichzu bringen. Da dieses ihm selbst nicht gelungen war,so gab er mir den Auftrag dazu, und versprach mir,alles zu genehmigen, was ich dem Marschall sagenwürde, um ihn zu bewegen, baß er sich Sr. Majestätzu Füßen werfe. Nur davon sollte ich ihn nichts mer-ken lassen, was la Fin gesagt hatte, um das Vorhaben,jhn beym Kopfe zu nehmen, dadurch nicht zu vereiteln,zu welchem man sich doch im Fall einer beharrlichenHalsstarrigkeit entschließen müßte. „Wenn er," sagteHeinrich, „auf das Zutrauen, das Sie ihm zu mei»„ner geneigten Gesinnung gegen ihn einzuflößen suchen„werden, sich Ihnen entdeckt; so versichern Sie ihn,„daß er ohne Furcht zu mir kommen, und mir alles„bekennen dürfe. Wenn er mir nichts verbirgt, so