vm Fortgesetzte Uebersicht
Sie belagerten Chartres und ängstigten die Haupt-stadt selbst durch ihre angedrohte Erscheinung.Aber Conde zeigte bloß die Stärke seiner Partey,um dem Hof einen desto günstigem Vergleich ab,zulocken. Mit Widerwillen hatte er sich den Larsten des Kriegs unterzogen, und wünschte sehnlichden Frieden, der seinem Hang zum Vergnügenweit mehr Befriedigung versprach. Er ließ sichdeswegen auch zu den Unterhandlungen bereitwilligfinden, welche Katharina von Medizis, um Zeitzu gewinnen, eingelcitet hatte. Wie viel Ursacheauch die Mformirten hatten, ein Mißtrauen indie Anerbietungen dieser Fürstin zu setzen, und wiewenig sie durch die bisherigen Vertrage gebessertwaren, so begaben sie sich doch zum zweytenmalihres Vortheils, und ließen unter fruchtlosen Ne-gotiationen die kostbare Zeit zu kriegerischen Unter-nehmungen verstreichen. Das zu rechter Zeit aus-gestreute Geld der Königin verminderte mit jedemTage die Armee; und die Unzufriedenheit derTruppen, welche Katharina geschickt zu nährenwußte, nöthigte die Anführer am roten Merz-1568 zu einem unreifen Frieden. Der Königversprach eine allgemeine Amnestie, und bestätigtedas Edikt des Jenners 1562, das die Reformkr-ten begünstigte. Zugleich machte er sich anhei-schig, die Deutschen Völker zu befriedigen,'die nochbeträchtliche Rückstände zu fodern harten; aber
bald