Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
597
Einzelbild herunterladen
 

träumerischen Empfinden ganz, bis in das Gränzenlose, hinzugebeu,ein Hang, dem das positive Wesen der Fugenform im Grundewiderstrebend und widersprechend ist. So linden wir denn in denBeelhov.enschen Fugen eine nur der Stimmung, ja Laune des Au-genblicks Gehör gebende Anordnung, ein oft wie vogelfreies Sich-Ergehen, eine Rückkehr (besonders der Gegensätze) in das Homo-phone, eine bisweilen rein phantastische Zergliederung des Themas(z. B. eine mehrmalige Durchführung des Trillers, mit dem dasFugenthema in Finale der 2?dur-Sonate, Op. 106, einselzt) undbesonders eine Ausdehnung, die bei Fugen niemals erhört gewesenist, ja von der wir unbedenklich bei der reinsten Ehrfurcht vordem unsterblichen Meister und bei aller Freisinnigkeit in Bezug aufäusserliches Regeln und Messen zu behaupten wagen, dass sieder Fugenform ganz unangemessen, dass die Fugenform zu so weiterAusführung in einem einzigen Kunstwerke nicht geeignet ist. Essind man betrachte das genannte Finale, oder die Festouver-türe Op. 124, oder die Quartetlfuge Op. 133, Fantasien über einezum Grunde liegende Fuge.

Und dennoch wäre streng zu erweisen, dass der grosse Ton-dichter von seinem Genius ganz richtig geführt worden ist. Jene.A&uv und Rdur-Sonate konnten nicht anders geschlossen, der Reigender Festouvertüre mit seinen wechselnden Gestalten nicht andersgeführt werden; sogar die Ausdehnung ist unerlässlich gewesen.Wunderbar haben hier Eigenheit und innerste Neigung des Künst-lers mit der Späte und Unzulänglichkeit der Lebrart im künstleri-schen Sinne Zusammentreffen müssen, um Werke zu vollenden,wie sie nur Beethoven gegeben waren, von einem andern wedergeschallen werden konnten, noch nachgebildet werden dürfen.

w.

Zum fünften Buche.

Zur ersten Abtheilung - .

S. 430.

In den ersten Ausgaben sind die doppelten Kontrapunkte derNone bis Quart-Dezime, so wie auch der polymorphische Kontra-punkt ausführlich abgehandell worden. Was den Verf. dazu be-wog, war, dass mehr als ein Künstler, vor allen Seb. Bach, sichdieser Kontrapunkte bedient hat, wie denn er selber sich ebenfalls