Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
513
Einzelbild herunterladen
 

515

16_

100

i

J-JL

Y 'fr V' t T t

sich gestalten können; das Wesentliche beruht überall auf demVorgreifen des zweiten Gliedes in den Rauin des ersten hinein,und in der dadurch geminderten Scheidung beider.

Was hier an zwei Gliedern eines engen Satzes gezeigt ist,kann ebensowohl grössere Tonmassen betreffen. Es kann zunächstdie Wiederholung eines Satzes auf dessen Schlusston selber fallen.Das bekannte Volkslied:Heil dir im Siegerkranz bildet z. B.seinen ersten Theil aus drei zweitakligen Abschnitten, so dass dererste Theil mit dem vollen sechsten Takle schliesst. Dieser Theilwird wiederholt; folglich trifft der Anfang der Wiederholung aufden siebenten Takt, folglich tritt nach der Wiederholung derzweite Theil auf dem dreizehnten Takt ein, wie dieser Entwurf1. 2 bis 4* 5* 6* 7 (Wiederholung) bis 10.

\ I K

f

rr_ r£tioo 5J£

ä

11 .

12. 13 (zweiter Tlieil).

zeigt.

Nun aber könnte, vielleicht am Schluss einer grossem doppel-chörigen Ausführung des Gesanges, ein grössrer Eifer sich entzün-det haben, es könnten die Chöre wetteifernd die Theile und derenWiederholung in dieser Weise

Chor 1. 0 Wiederholung. 0 Wiederholung.

Chor 2. Erster Theil. 0 Zweiter Theil. 0

einander abnehmen, und jeden Eintritt auf den Schluss des voran-gehenden Chores

18_

ioo

1 §

Th. 1.

Chor 1.

Chor 2«

Th. 2.

Wiederholung.

Chor 2.

stellen, so dass nun die Wiederholung auf den sechsten, derEintritt des zweiten Theils auf den elften Takt fiele.

In solcher Weise kann sich ein höchst bewegliches Spiel durchalle Wiederholungen und Sätze eines Tonstückes forttreihen, indemwir stets oder doch mehrmals nacheinander auf dem Schlusston ausder erwarteten Ruhe in die Erregung eines neuen oder wiederho-lenden Salzes hineingerissen werden. So könnte dieses Sätzchen,Marx, Komp. L. II. 3. Aufl. 33