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2 (1847)
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haben, nur einmal in der Welt zu existiren, uns aber mahnen,dass der rechte Künstler fertige Hand haben müsse für jeglichesBilden, und dass jede Gestalt von ihm beseelt und geheiligt wer-den könne.

Fünfter Abschnitt.

Drei- und mehrfache Fugen.

Wir verdanken dem doppelten Kontrapunkte die Doppelfuge.Es bietet sich nun von selbst der Gedanke einer drei- und mehr-fachen Fuge dar, in der drei und mehr Subjekte mit einanderdurcbgeführt werden, so gut, wie in der Doppelfuge ihrer zwei.Da wir in aller Fugeuarbeit nicht unausgesetzt an das Thema, aneine oder zwei Melodien gebunden sind: so ist vorauszusehn, dassdie drei - und mehrfache Fuge ein weit reicheres und freieres Kunst-werk werden kann, als der drei- und mehrfache Kanon. Aberauch hier müssen wir bedenken, dass wir uns einer äusserstenGränze nähern, und nicht zum Vortheil unsrer Arbeit. Denn jemehr Subjekte in einer Fuge zusammengeführt werden, desto mehrzersplittert der Anlheil, der sich bei der einfachen Fuge auf eineinziges, hei der Doppelfuge auf zwei Themate richten konnte.W T ir werden daher wohl zu überlegen haben, wie viel Subjekteuns für jede Aufgabe nothwendig sind; alle nicht nolhwendigenschwächen die Fuge.

Diese Nothwendigkeit kann eine rein musikalische, oder einevon aussen herkommende, z. B. bei Gesangkompositionen im Textliegende sein. Das letztere kann uns der Anfang des erstenPsalms anschaulich machen.

1) Wohl dem, der nicht wandelt im Rath der Gottlosen,

2) noch tritt auf den Weg der'Sünder,

3) noch sitzet, da die Spötter sitzen.

Dieser Anfang ist gar wohl geeignet, als Fugensatz behandeltzu werden, aus Gründen, die in die Lehre von der Vokalkompo-sition gehören. Soll dies nun geschehen, so überlege man, wieeine Fuge zu diesem Text eingerichtet werden könnte. Der ganzeText spricht einen einzigen Gedanken in drei verschiednen Vor-stellungen aus, er muss also in einem einzigen Tonsatze behandeltwerden. Zu einem einzigen Thema wäre er schon der Länge we-gen ungeeignet, auch würden dabei die drei Vorstellungen nichtgut auseinander gehalten werden können, sie würden ineinanderfliessen und undeutlich. Man könnte also zunächst den Satz 1 fürsich behandeln, und die beiden andern Sätze nachbringen wollen;