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Ein solcher Gang macht freilich so weile Modulationssprünge,dass das Ganze noch unsteter und haltungsloser erscheint, ■— zu-mal wenn man die einzelnen Sätze nicht breit und voll ausführt,sondern sich (wie hier des Raums wegen) kurz fassen muss.
Man sieht hiernach von selbst, welchen Gang ein nach derkleinen Terz (c, a, ßs, dis, (es), c) oder sonst einem Intervallmodulirender Zirkelkanon nehmen müsste.
Alle Arten des Zirkelkanons nun werden verfasst, wie ge-wöhnliche Kanons. Man beginnt mit einem Satze von beliebigerAusdehnung (wie z. ß. oben im ersten Kanon mit drei, im andernmit zwei Takten) und giebt diesem eine Wendung in diejenigeTonart, nach welcher die Modulation des Kanons geben soll, lndieser tritt die zweite Stimme mit dem ersten, die erste mit demzweiten Satz auf; so geht die Arbeit beliebig weit fort, und manhat nur noch — was leicht gelingt — dafür zu sorgen, dass dieerste Stimme nach dem Vortrag des letzten Satzes wieder aufeine schickliche Weise den ersten Salz auffassen kann. Im letz-tem der obigen Kanons hat sich dies selbst gemacht (obwohl derschnelle Wechsel von Umoll und Cdur nicht eben zu loben ist),im erstem haben uns ein Paar Pausen dazu verholten; wiewohles auch anders gegangen wäre.
Auch Doppelkanons könnten auf solche Weise im Zirkel her-umgeführt werden.
Nun wir uns überzeugt haben, dass die technische Ausführungdes Zirkelkanons keine sonderliche Schwierigkeit hat, werden wirganz rein, ohne an sogenannte Kunst, nämlich Schwierigkeit oderKünstelei zu denken, einen Satz aus Seb. ßach’s jungfräulichlieblicher ^/dur-Messe auffassen können, dem die Form des Zirkel-kanons eigen geworden. Er ist in der Beilage III zu finden. Enterden in den Saiteninstrumenten hoch schwebenden Harmonien singendie vier Chorslimmen das Christa eleison. Jede scheint nur fürsich allein da zu sein, und ihr Gebet im freiesten und innig-fromm-sten Rezitativ zu sprechen, bis zur ersten die zweite , zu beidendie dritte, zu diesen die vierte tritt, zuletzt auch Flöten dieselbeWeise anstimmen und wir das Rezitativ fünfstimmig, zu einemKanon geworden sehn, der in FYsmoll anfing, und mit den fol-genden Stimmeinlritten nach H, E,< A, D ging, endlich mit einemAnhang in /Zdur schliessend.
Hier haben wir also einen durch Unterdominanten gehendenZirkelkanon. Aber er ist ein Millelsatz zwischen zwei K yrieeleison- Sätzen in ^dur, und muss in seiner tief sinnigen Weisesich nach der Unterdominante versenken. Es ist dies eine vonden Gestalten, die nachzubilden zwecklos wäre, die das Recht