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jede neue Stimme in einen neuen Ton, bis wir den Zirkel derTonarten durchlaufen und im ersten Hauptton wieder angelangtsind. Dies ist die Form des Zirkelkanons. In ihr geben wir (wieeinst im ersten Theile bei den Gängen durch Dominant- und No-nenakkorde) die Einheit der Tonart ganz auf, wir mögen sie voll-ständig ausüben oder nicht. Denn im erstem Fall kommen wirzwar zum Schluss wieder in den Hauptton; aber jede andre Ton-art, die wir betreten haben, hat gleiche Wichtigkeit des Inhaltsund gleiche Zeitdauer gehabt. Im andern Fall (und dieser ist derhäufigere, denn es erscheint meistens oder immer zu weitläufig,sich durch alle Stufen bis wieder zum Hauptton hinzuarbeiten) wirdnicht einmal im Hauptton geschlossen. Selten wird daher der jtir-kelkanon als selbständiger Tonsatz gebraucht, meist nur als Theileines grossem Ganzen. — S. Neukomm hat (wenn wir nichtirren) in einem Requiem *) einen vollständig durch geführten Zirkel-kanon zu den Worten des crucißxus gesetzt.
Soviel Arten des Kanons es giebt, soviel Arten des Zirkelka-nons sind denkbar.
Also zunächst zwei-, drei-, vier-, mehrstimmige.
Dann Kanons in allen Intervallen, jedoch mit Ausnahme desEinklangs und der Oktave; — denn das Wesen des Zirkelkanonsbesteht ja eben darin, dass jede Stimme auf einer andern Tonstufeund in einer andern Tonart auftritt. — Hier nun, aus dem Inter-valle, in dem geantwortet wird, ergeben sich die nothwendigenGränzen des Zirkelkanons. Folgen die Stimmen in Quarten oderQuinten, so durchläuft der Kanon alle zwölf Tonarten nach demvollständigen Quarten - oder Quintenzirkel. Einen solchen Satz,einen vierstimmigen Zirkelkanon in der Unlerquarte (oder Ober-quinte) sehen wir hier vor uns.
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*) In Partitur heraasgegeben bei Breitkopf und Härtel.