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Und somit ist schon von selbst klar, dass die Doppelfuge auchnach denselben Gesetzen konstruirt, — angelegt und ausgeführtwird, wie die einfache Fuge. Also die Anlage und Ausführungdes Ganzen, die Abfassung der Gefährten (für die sich in den fol-genden Sätzen No. 666 bis 676 genügende Beispiele finden, dieauf das bei der einfachen Fuge Bemerkte verweisen), die Einrich-tung der Durchführungen, Zwischensätze u. s. w., Alles dies folgtden schon bekannten Gesetzen und bedarf hier keiner nochmaligenErörterung. Denn wenn sich später finden sollte, dass bei einemDoppelthema der Eintritt desselben in neuen Stimmen, die Engfüh-rung und ähnliche besondre Gestalten sich nicht immer so leichtmachen, wie bei einem einfachen Thema: so wird man entwederin den schon bekannten Kenntnissen doch noch Auskunft finden,oder mau wird sich der wirklich unausführbaren Gestalten enthal-ten müssen. Es kann also nur über die durch das Doppelthemaveraulassten Verhältnisse noch zu reden sein.
Das Doppelthema besteht, wie wir schon gesagt, auszwei Thematen,
die nach den Grundsätzen der Polyphonie zwar wesentlich verschie-den, aber doch wieder als ein zweistimmiger Satz vereint, ein zu-sammengehöriges Ganze und nach den Gesetzen des doppelten Kon-trapunktes umkehrbar sein müssen. Die Themate der Doppelfugewerden
Subjekte,
also erstes und zweites Subjekt genannt.
In der einfachen Fuge war eine Durchführung nur dann voll-ständig, wenn jede Stimme das eine Thema der Fuge gehabthalte. In der Doppelfuge gehört zur Vollständigkeit der Durch-führung,
dass jede Stimme bei de Subj ekte vorgetragen habe,gleichviel einstweilen, in weicher Ordnung dies geschehe. Be-trachten wir z. B. diese Durchführung:
Diskant. S. 1. — — — S. 2. —
Alt. S. 2. — — — S. 1. —
Tenor. 0. S. 2. — — — S. 1.
Bass. 0. S. 1. — — — S. 2.
so würde vor dem doppelten Gedankenstrich *) jede der vier Stim-men mit einem Thema aufgetreten sein; Diskant und Bass mit demersten, Alt und Tenor mit dem zweiten. Aber bis dahin wäreweder das erste noch das zweite Subjekt in allen Stimmen gewe-
*) Vergl. die Anm. S. 387. Hier sollen S. 1 und S. % erstes und zweitesSubjekt bedeuten.