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Dritte AlriJieilimg.
Die Dopp eifuge.
Wichtiger als alle bisherigen aus dem doppelten Kontrapunkthervorgegangnen Formen, und eine der reichsten Kunstformen über-haupt ist die Doppelfuge.
Wir haben schon früher anerkennen müssen, dass nächst demThema der Gegensatz der bedeutendste ßeslandlheil der Fuge ist,besonders wenn wir ihn während der ersten Durchführung und viel-leicht noch ferner festhalten. Er ist dann (S. 423) gleichsam einzweites Thema der Fuge, oder ein zum Thema selbst Gehöriges.Diese Vorstellung führt uns darauf, eine Fuge mit einem Doppel-thema, mit einem zweistimmigen Thema, — eine Doppelfugezu bilden.
Eine Doppelfuge ist daher eine solche Fuge, welche ein Dop-pelthema, ein zweistimmiges, aber in jeder Stimme selbständigesThema hat.
Das Thema einer Doppelfuge muss also nicht blos den über-haupt an ein Fugenthema zu machenden Ansprüche genügen, esmuss auch dabei zweistimmig und nach den Grundsätzen des dop-pelten Kontrapunktes in der Oktave entworfen sein. Schon dasThema enthält daher zwei verschiedne einander eutgegentretende,von einander unterschiedne und doch wieder einander unterstützendeSätze, also zwei verschiedne und doch zusammengehö-rige Themate.
Hieraus kann man sich den reichen Inhalt einer Doppelfugevorstellen. Schon die einfache Fuge erschien uns überraschend reich,je tiefer wir in ihr Innres hineinblickten; und sie hatte nur eineinfaches Thema. Die Doppelfuge besitzt in ihrem Doppellhemaerstens — einen Satz, der schon durch die blosse Umkehrungzu einem zweiten wird und durch die Verlbeilungbald an diese, bald an jene zwei Stimmen noch wech-selreicher erscheint,
zweitens — in demselben zwei einzelne Themate, deren jedes,selbständig gebildet, für sich bestehen kann, —also wenigstens den dreifachen Reichlhum der einfachen Fuge. Wirmüssen noch hinzusetzen, dass alle Kräfte der letztem auch dererstem zu Gebote stehen, Engführung, Verkehrung, Vergrösserung,— alle Formen der einfachen Fuge sind auch der Doppelfuge eigen.