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2 (1847)
Entstehung
Seite
455
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der Harmonie und Stimmführung überwinden liesse. Dass der zu-gesetzte Bass, oder die mehrern zugesetzten Stimmen sich nachden kanonischen Stimmen richten müssen, versieht sich von seihst,da sie nur Begleitung, der Kanon aber Hauptsache ist.

Umgekehrt stellt sich das Verhällniss bei einer andern hierhergehörigen Form ; es ist

2. der Choral mit begleitendem Kanon.

Wie wir nämlich die Choralmelodien schon mit Figurirung unddann mit Fugenarbeit begleitet haben: so vereinigen wir sie jetztmit einem Kanon, der zur Begleitung, zu Vor-, Zwischen- undNachspielen dient. Betrachten wir hier gleich den Anfang einersolchen Arbeit von Seb. Bach; es ist ein zweistimmiger Kanon inder Oktave zu dem ChoralVom Himmel hoch da komm ich her.Der Kanon ist streng durchgefiihrl (nur zwei Töne sind willkührlichchromatisch geändert) über den ganzen Cantus firmus.

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Es genügt, um das ganze Wesen dieser Form anschaulich zumachen. Wir sehen hier den Kanon beginnen, gleichsam als Ein-leitung. An schicklicher Stelle tritt der Cantus firmus ein, undvon da an (versteht sich von selbst) muss der Kanon sich nach derModulation des Chorals richten. Das Motiv a durfte also nicht ge-schrieben werden, wenn es nicht Erstens auf den Anfangstondes Chorals hinleilete, und Zweitens von der andern kanonischenStimme zu der diesem Tone selber eignen Harmonie wiederholtwerden konnte. Da der Anfangston verlängert ist, so hatte dieEinführung des Motivs b in beiden Stimmen kein Bedenken. Dasfolgende Motiv c aber musste für zwei Harmonien brauchbar sein;