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misirten Tonfolge — oder Melodie, das ganze Reich der Harmonie,— die Verbindung und Führung verschiedner Stimmen entstehenliesseu, endlich alle diese Kräfte zu einer wichtigen, wenn gleichuntergeordneten künstlerischen Aufgabe, zur Begleitung gegebnerMelodien vereinigten: also, ■—• und demselben Gesetze, derselbenMethode stetig folgend — haben wir in den Büchern der freienKomposition abermals aus irgend einem melodischen oder melodisch-harmonischen Motiv nach allen Seiten und zu allen künstlerischenBestimmungen hin Gestaltenreihen entwickelt; und zwar sind wirimmer geradeswegs auf das Ziel losgegangen: Kunstwerke, odervollständige Formen von Kunstwerken hervorzubringen.
In der Regel war es der mehrstimmige Satz, dem wir unsreGestaltungen anvertrauten.
Zuerst galt uns das Motiv als der Keim zu einer begleitetenMelodie; eine .Hauptstimme und eine oder mehrere Begleilungsstim-men bildeten li e d fö rm i ge S ä tze. Wir lernten, dergleichen auseinem Motiv entwickeln oder auch zu einem Motiv ein andres, ei-nen Gegensatz hervorrufen und aus beiden oder mehrern Liedfor-men gestalten.
Die Begleilungsslimmen waren der Hauptslimme zuerst ganzuntergeordnet, dann halfen sie ihr in einer ihnen eiguen Weise.
Diese eigne Weise fand sich zuerst mehr zufällig ein, wurdeaber bald wesentlicher Zug, ein Motiv der Nebenstimmen, das die-sen gemeinsam war und sie zu Figuralslimmen erhob. Es tratendie Formen der Figurirung eines Cantus firmus hervor,deren Wesen das ist, einen Cantus firmus als Hauptstimme in Ver-ein und Gegensatz zu bringen mit Figuralslimmen, die sich von deruntergeordneten Rolle blosser Begleitung bis zu eigenthümlich undreich belebtem Stimmchor ausbildeten. Der Keim dieses erregtenLebens, das Motiv der Figuration, ging mehr oder weniger in demGanzen des Figuralgesanges auf; es hatte ihn erweckt und erwach-sen lassen, und damit seine hauptsächliche Bestimmung erfüllt.
Zuerst war der Cantus firmus Hauptsache gewesen. Allraäh-lig hatte die FiguratioQ solche Wichtigkeit erlangt, dass sie desCantus firmus entbehren und für sich allein bestehen konnte alsselbständige Figuration. Hier war der Gang jeder Stimmeund das Gewebe aller der wesentliche Inhalt, und die Erfindungoder Entstehung des Ganzen wie die innre Einheit der Stimmenberuhte darauf, dass eine Stimme am Inhalt und der Weise derandern Theil nahm, eine das Wesen und Gebahren der andernwenigstens im Ganzen und Allgemeinen nachahmte. Hier, in denNachahmungsformen, sahen wir den freien Verein lebenvol-ler Stimmen zu einem Ganzen, dessen innere Einheit nicht mehrblos von der äussern Zusammenbindung in gleiche Modulation und