Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
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vierten Taktes (No. 593), also einen Takt früher, auf der Domi-nante geschlossen. Dann zieht sich jenes tiefbedeulsame Stimmge-webe wieder vom nächsten Einsatz über zwei folgende und schliesstvollkommen auf dem dritten und letzten, der jene schon erwähnteAbweichung herbeiführt.

Es sind dies Gebilde, die man nur im Geiste, nicht mit Nach-arbeiten, Nachahmen oder Entlehnen sich aneignen soll, an denenwir Herz und Andacht erheben, unsre Idee von der Kunst undden eignen Geist läutern und kräftigen sollen, und dann ruhig er-warten, ob die Stunde des Schaffens uns einst ähnliche oder ganzandre Gestaltungen herbeiführen wird.

4. Der Schluss.

Der Schluss einer Ausführung über einem festen Basse scheintsich nicht befriedigend mit einer Figuralion bilden zu lassen (esmüsste denn sein, dass man auf eine schon dagewesene vorzüglichstarke wieder gleichsam besiegelnd zurückkäme), weil jede Figu-ration eine neue und stärkere erwarten lässt und sogar hervorruft.Es kann daher nur auf die einfache Wiederholung des Gruudthe-mas zurückgegangen, oder in einen neuen Satz übergegangen wer-den; das Erstere geschieht von Händel mit No. 592, das Letzteremit No. 591, Auch Bachs Crucifixus schliesst gewissermaassen inletzterer Weise, da das Thema zuletzt abweicht und gleich daraufdas glänzende ,,Et resurrexit u jubelvoll eiubrioht.

Nun aber bietet sich schon in unserm dermaligen Ideenkreisenoch eine besondre, und zwar nach dem Begriff der Form (wennauch nicht in jedem einzelnen Falle) die befriedigendste Schlussweisean. Wir wissen ja, dass es keine mächtigere und reichere Durch-führung eines Themas geben kann, als die Fugenform, in der das-selbe nicht nur alle Stimmen beherrscht, sondern sie auch durch-dringt und zum höchsten Leben erweckt; ja es war erst die Fuge,die uns auf die Idee der andern Form hinwies. Daher kann nunauch die Ausführung eines festen Basses dem Sinn der Form nach(abgesehen von dem besondern Sinn eines einzelnen Kunstwerks)nicht würdiger geschlossen, gleichsam gekrönt werden, als durchdie Erhebung des Themas zur fugenmässigen Durcharbeitung. Schonoben (S. 414) hatten die Gegenstimmen vorübergehende Siege überden autokralischen Bass errungen! jetzt, in der Fuge, muss diesersein lauge genug kräftig und würdig behauptetes Vorrecht als eineAnmaassung gegen das gleiche Recht aller andern Stimmen auf-geben und sich Mitwirkung und Mitgenuss am Ganzen nach demVermögen, das ihm wie jedem Einzelnen verliehen ist, genügenlassen.