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2 (1847)
Entstehung
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und dass endlich gar der Bass überwunden wird, und eine der an-dern Stimmen, die Unterstimme geworden ist, oder gar eine Mit-telstimme oder die Oberstimme das Thema ergreift; bis freilich zu-lezt wieder der Bass mit siegender Gewalt durchdringt und sichseines Satzes wieder bemächtigt.

3. Der Plan des Ganzen.

Hierüber ist im Allgemeinen kaum etwas zu sagen, das sichaus dem Vorherigen nicht von selbst verstände. Wir sind bereitsgewöhnt, organisch eine Gestalt aus der andern zu entwickeln undjede reifeu zu lassen; dass hiernächst auch für Wechsel zwischenRuhe und Bewegung, Fülle und einfachem Sätzen u. s. w. zu sor-gen ist, haben wir ebenfalls schon an andern Formen eingesehnund geübt. Nur auf einen Punkt ist noch besonders aufmerksamzu machen.

Das Bassthema ist bekanntlich ein für sich abschliessender, oderauch zum Schluss auf seinen Anfangston zurückkehrender Satz,und zwar der Hauptsatz des Ganzen. Nach seiner Gestalt undWichtigkeit wird er daher auch die Gegenstimmen gern in seineSchlüsse hineinziehen. So schliesst z. ß. No. 586 mit dem erstenSchlage von No. 587 und die erste Durchführung der ßachschenPassacaglia mit dem zweiten Viertel von No. 597. Allein dieseabgemessen wiederkehrenden Schlüsse würden unleidliche Monotonieüber das Ganze (besonders bei reicherer Ausführung) verbreiten,wenn man sie nackt hiustellte. Es wird daher rathsam, sie baldzu verdecken, wie in No. 587 und No. 601, b, wo auf dem Schluss-viertel selbst schon die Arbeit der zweiten Durchführung beginnt;bald die Melodie oder Richtung der Figur über den Schluss hinaus-zuführen, wie in No. 597; bald endlich den Schluss durch Harmo-nie und Stimmführung ganz zu umhüllen oder zu vermeiden.

Diese Verwebung tritt mit unvergleichlichem Erfolg in jenemCrucitixus der hohen Messe hervor. Schon die erste blos instru-mentale Durchführung macht einen unvollkommnen Schluss (die Terzin der Oberstimme), die folgenden zwei Schlüsse werden durch Vor-halte überdeckt und nun zieht sich das Gewebe der Stimmen immerumhüllender über die Marken des festen Basses wie die wehendenSchleier eines Trauergeleites, oder die Klagen einer Gemeine, inder Jeder schwerbeladnen Herzens für sich allein ist im Zuge Aller.Erst bei dem achten Einsätze des Themas schliessen die Stimmenvollkommen, oder doch ziemlich vollkommen ; der Singbass nämlichgeht von der Septime zur Terz und nur der Instrumentalbass (dasThema) hat die rechte Schlussformel des Basses von der Dominantezur Tonika. Hier nun wird einfach, aber in lief ergreifender Weisedaspassus et sepultus est intonirt und auf dem Anfänge des