zur Stillung der Bewegung ausgelegt, vielleicht auch nochmalszum ruhigen Schlüsse verwendet haben.
Ueberhaupt ist klar, wie weit unser Entwurf davon entferntist, das Thema, oder gar alle Möglichkeiten der Fugenform zu er-schöpfen. Wir haben aber schon im Voraus angemerkt, dass diesweder ausführbar, noch kunst- und vernunftgemäss ist. Nicht dieeinzelne Fuge soll und kann unerschöpflich und unendlich sein, son-dern die ganze Form ist es. Jede einzelne Fuge findet ihr Maassin der besondern Idee, die der Komponist in ihr niedergelegt hat,und ist fehlerhaft und schlecht, sobald sie — etwa in Trieben eitlerKunstgeschicklichkeit — darüber hinauswuchert. Was aber na-mentlich den vorstehenden Entwurf betrifft, so musste schondes Raumes wegen stets das Engste, das sich ergeben wollte,gewählt werden, öfters auf Kosten einer ruhigem und bessernAnlage.
Uebrigens ist besonders dem angehenden Fugisten anzurathen,jener missverständigen Vollständigkeit nicht nachzustreben, son-dern sich vorerst mit Wenigem zu begnügen. Er kann Meister-stücke von Fugenarbeit genug finden, die weder so ausgedehnt,noch dem thematischen Gehalt nach so durchgearbeitet sind, alsdas vorige Beispiel; und seine ersten Versuche dürfen ihm genügen,wenn cs ihm auf kunstlebendige Weise gelungen ist, nachder ersten Durchführung das Thema oder eine zweite Durchführungin einem Nebentone zu zeigen, und mit einer dritten Durchführungim Hauptlone zu schliessen, — das heisst: einen bescheidnenSchritt weiter zu gehen, als im Fugato oder der Fughette, aberin fester geordneter Weise. Die weitere und reichere Ausführungfindet sich allmählig von selbst ein, bis sich uns zuletzt hoffentlichauch die weisere Beschränkung enthüllt.
Wir betrachten nun die grossen Abtheilungen der Fuge.
Der erste Theil enthält ausser der vollständigen Durchfüh-rung einen Zwischensatz von fünf Takten, im Ganzen über fünf-zehn Takte, steht also, äusserlich betrachtet, zu dem Ganzen(von 46 Takten) nicht in Missverhältniss. Wenn er gleichwohlweniger befriedigend sich abrundet, so liegt es darin, dass wir ihmin No. 556 und 549 den formellen Schluss genommen haben, undnun sofort in eine weitgeführte Mollmasse übergehn. Es ist zwarkeineswegs nolhwendig, den ersten Theil formell so entschiedenabzuschliessen; vielmehr findet sich in vielen Arbeiten unsrer Mei-ster (namentlich Seb. Bach’s) der formelle Abschluss geflissentlichumgangen. Für den Neuling in der Fugenkunst ist aber der be-stimmtere Schluss sehr fördersam (und darum sind wir in No. 546bis 548 auf ihn ausgegangen), weil er ihm ein näheres Ziel undeinen ordnenden Abschnitt darbietet, von dem er das Bisherige