Vierter Abschnitt.
Die Fuge zum Choral.
Blicken wir auf den zurück gelegten Weg zurück, so ergiebtsich, dass wir von den belebtem Begleitungsslimraen des Choralszu figurativen Stimmen, zur Figurirung des Chorals, dann zur selb-ständigen Figuration und von da zur Fugenform geführt wordensind. Die Fugenform unterschied sich von der Figuration zu aller-erst nur dadurch, dass sie das Motiv derselben in einen Satz,in ein Thema verwandelte.
Sollten wir nun nicht auch mit einem Fugenthema und Fugen-arbeit gegen einen Cantus firmus treten können, eben so wohlwie mit einem Figuralmotiv und Figuralarbeit? Der Gedanke liegtum so näher, da wir eben zuvor die Fugenarbeit schon zum figu-ralen oder gar homophonen Liede zurückgeführt haben.
Diese Form ist es, die wir Fuge zum Choral nennen wol-len und jetzt etwas näher zu betrachten haben.
Wie in den figurirlen Chorälen erwählen wir irgend eineStimme (am ersten eignet sich die Oberstimme dazu) zum Vortragdes Cantus iirmus, die andern zur Fugenarbeit. Die erste Durch-führung bildet den Eingang; nach, oder auf, oder etwas vor ihremSchlüsse tritt die vorbehaltne Stimme mit der ersten Strophe desCantus iirmus auf. — Das Weitere betrachten wir gleich an einembestimmten Falle; das Vorspiel zu dem Choral; ,,Ach bleib mitdeiner Gnade“ aus dem ev. Choralbuche diene uns wegen seinesleichten Gehalts dazu. Dies
Sanft.
tlT j
ri l_i
ist die von den drei Unterstimmen vorgetragne erste Durchführungbis zum Eintritte des Cantus firmus auf dem Schlusstone des The-mas; der Cantus firmus wird in längern Tönen vorgetragen, umsich aus dem Gewebe der fugirenden Stimmen hervorzuheben.
Was könnte nun weiter geschehen? Sollen wir sofort wiederdas Thema bringen? Es würde (zumal hei seiner geringen Bedeu-Marx, Komp. L. II, 3. Aufl. 22