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und schafft es so zu einem gewissermaassen neuen um. Nun darfer es ohne Furcht vor Ermatten sogleich wieder durchführen, undsogar im Haupttone selbst; denn es ist gleichsam ein neues Stückbesonnen. Noch einmal wird es von zwei Stimmen in der Unter-dominante verkehrt durchgeführt, dann zum Schluss in den Haupt-ton zurückgegangen. Hier nimmt die Oberstimme noch einmal dasThema in der Verkehrung und zuletzt die Unterstimme in der rech-ten (ursprünglichen) Bewegung. Fast der ganze Theil, auch derSchluss, ist zweistimmig, die Behandlung leicht, in den Zwischen-sätzen bisweilen fast homophon.
Es wohnt dieser Form eine ungemeine Elastizität bei, da siezwischen zwei Gegensätzen spielt, bald von der energischen Be-lebtheit der Fugenform ungezwungen Vortheil zieht, bald sich indie Theilschliisse der Liedform und in das Homophone flüchtet,wenn jene tiefere und anspruchvollere Weise zu ernst oder zu hin-reissend , zu weit führend zu werden droht. Um dieses Karakterswillen, und w r eil sie uns noch einmal sehr begünstigend in rhyth-misch-homophone Abschnitte zurückführt, wo wir uns beruhigen,neue Kräfte sammeln, das getheille Ganze sichrer übersehen kön-nen, ist denn auch diese Form ungemein fordernd und verdient be-sonders ileissige Durchübung. Wir rathen, sie stets dreistimmigauszuführen und öfters auf Zweistimmigkeit zurückzugehn, da diesdem leichtbewegiichen Karakter am besten zusagt.
Eine so anziehende Form konnte denn auch nicht mit ihremersten Anlasse veralten. Während die Gigue als Tanz längst ver-gessen, als Figural- und Fugensatz sehr selten geworden ist, hatsich ein andres Tonstück der glücklichen Form ebenfalls zu humo-ristischen und phantastisch freien Gestaltungen bemächtigt. Dies ist
das Scherzo,
das bekanntlich an der Stelle der ältern Menuett (S. 94) als einbesondrer Theil unsrer Sonaten, Symphonien u. s. w. auftritt.Hier ist es Beethoven, der den Reigen führt, dieser tiefe, Bachso nah und doch nur geheim im Innern verwandte Geist.
Da die Form keiner Anweisung weiter bedarf, so geben wirgleich zwei andeutende Beispiele. Das eine ist der Cmoll-Sym-phonie Beethoven’s entlehnt. Nach dem in leidenschaftlichemSchmerz stürmenden ersten, nach dem in hoher Andacht Trostsuchenden zweiten Satze dieses unsterblichen Werkes folgt, grüb-lerisch in sich gekehrt, im Herzen unter Schmerz und Hoffnung,hingegebnem Brüten und strengem Entschluss wühlend, der dritteSatz, das sogenannte Scherzo. Es führt zu einem hellem, reg-samer kämpfenden Satz, und dieser erscheint, — wie könnte eranders, denn als Fugato erscheinen?