334
Gmoll-Suile von Bach. Das Thema (a) wird vom Diskant einge-setzt, vom Alt beantwortet, dann bringt es nach einem kleinenZwischensätze der Bass wieder als Führer. Hiermit, denn dasganze Tonstück ist nur dreistimmig, ist die erste Durchführung ge-schlossen. Nun geht es in freier Figuration erst nach der Paral-lele (5dur), dann über Gmoll nach der Dominante. Hier (also in.Dmoll) nach vier Zwischentaklen nimmt der Bass noch einmal dasThema und befestigt dadurch diese Tonart als neuen Modulalions-sitz. Es hätte nun der erste Theil geschlossen werden können;aber dann würde dem neuen Modulationsmomente zu geringe Gel-tung gegeben sein, oder er würde im folgenden Theile haben wei-ter wirken wollen. Bach führt also in ihm einen leichten zwei-stimmigen* meist auf Nachahmung gegründeten, dann liedförmigernZwischensatz von fünf Takten aus und giebt zum Schlüsse nocheinmal das Thema in der Oberstimme.
Der fugenmässige Inhalt des ersten Theils besteht also in derersten vollständigen und einer zweiten unvollständigen Durchfüh-rung; die Hinneigung zur iigurativen Liedform aber beruht auf derleichtern Behandlung, den mehr homophonen Stellen und besondersauf der Formung und Abschliessung als erster Theil.
-fr-rh—
PS
4 -#--
491
-r
I Ti
Der zweite Theil hätte nun figurativ, dadurch aber unbedeuten-der, entfernter vom Hauptgedanken, — oder wieder mit dem Thema,dadurch aber vielleicht eintönig (weil es eben dagewesen) beginnenkönnen. In einer fortlaufenden Fugenarheit würde das Ersieredurch den Drang des Fortgangs vor Ermattung bewahrt, das Letz-tere zu einer vollständigen Durchführung und neuen Zwischen- oderSchlusssätzen geführt haben; bei der Schärfe eines vorhergehendenTheilschlusses hofft man aber mit Recht neue Kräftigung.
Bach ergreift daher das Thema, aber er verkehrt es(S. 202) übrigens nicht streng —
492
m