Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
306
Einzelbild herunterladen
 

- 500

Lei dem in No. 392 mitgetbeillen Thema eines Zusatzes von einemganzen Takte '),

CS# IvF=?=S F=5

fj| n. s. IV.

»*

nm für den Gefährten einen günstigem Eintritt zu erlangen. Man

) Es kann nns bisweilen (ivär es auch nur des Studiums wegen) daranliegen, genau zu wissen , wde weit eigentlich das Thema eines uns fertig vor-liegenden Fugensatzes geht; denn dass der Eintritt des Geführten dafür keinsicheres Zeichen ist, erhellt schon daraus, dass dieser, wie wir oben gesehen,oft später erfolgt als der Schluss des Führers. Hier haben wir nun zweierleiAnzeichen.

Das erste finden wir in der Satz- oder Periodenform des Themas. Wonach bekannten Hegeln der Satz des Themas seinen Schluss erreicht hat, damüssen wir annehmen, dass das Thema vollendet sei; was in derselben Stimmeweiter vorgetragen wird, müssen wir nicht zum Thema, sondern zum Gegen-satz rechnen. Daher haben wir vom Thema No 409 schon angenommen, dasses mit dem ersten Achtel des dritten Taktes zu Ende sei; denn hier hat eseinen vollkommneu Schluss erreicht. Wollte man strenger darauf halten, esso weit zu führen, als der Auftakt fodert: so könnte man die drei folgendenSechszehntel zurechnen, nicht aber das eis des vierten Achtels, denn dieserSchluss wäre, gegen den ersten gehalten, gar zu unbefriedigend. Das ThemaNo. 416 hat vollkommen periodische Form; die Sätzchen a und b sind Vorder-und Nachsatz, der Schluss im Domioantentone vollkommen; hier also ist dasEnde des Themas. Wollte man es bis zu Anfang des dritten Takts führen, sowäre nicht blos der Schluss ungenügender, sondern die periodische Form durchden Zusatz oder Nachsatz c aus dem Gleichgewicht gebracht. Gleichwohl istnicht zu leugnen, dass die Zurechnung von c wenigstens möglich, nicht gerade-zu gegen die Gesetze der Periodik wäre.

Hier kommt nun das ziveite Anzeichen zu Hülfe. Da der Gefährteden Führer nachzuahmen hat, so darf man nur beide vergleichen, und beobach-ten, wie weit die Nachahmung sich erstreckt. Wo sie aufhört, da müssenwir annehmen ist das Ende des Themas eingetreten. Vergleichen wir z. B.Führer und Gefährten im obigen Fugenanfang No. 461, so sehen wir letztemvom erstem auf dem vierten Sechszehntel des Schlusstaktes abgehen. Also aufdem vorigen Sechszehntel schliesst das Thema spätestens; wir haben jedochGründe gefunden, das Ende früher zu setzen. So sehen wir nun auch im Fu-gensatze No. 461 den Gefährten vom Führer mit dem vierten Sechszehntel desSchlusstaktes abweichen. Spätestens auf dem vorhergehenden Ton wäre mithindas Ende des Themas zu suchen, und wir überzeugen uns hier sogleich, dassdas Sätzchen c nicht zum Thema gerechnet werden kann. Hiermit ist abernuch klar, dass wir das Ende nur auf das erste Sechszehntel setzen können;denn die beiden folgenden, die allein noch zuzufügen wären, würden rhythmischund harmonisch den Schluss entkräften.