Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
248
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uns auch hier an die Unzulänglichkeit jeder allgemeinen Regel er-innern. Das Thema hat den Umfang einer Undezime. Aber eshebt sich bei aller Majestät seines Ganges mit Mässigung auf sei-nen Gipfel und senkt sich eben so, würdig und gemässigt in seineTiefe; und dabei ist seine Entfaltung so ruhig, dass die übrigenStimmen nicht hinauf oder hinunter gerissen und gedrängt werden,wie in No. 328 und 329, sondern sich bequem und zu ihrem eig-nen Vortheil dem Gang des Themas anschliessen.

Wir besitzen längst alle Mittel, alle melodischen und harmo-nischen Motive, um einstimmige Sätze und Perioden, also auchFugenthemate zu bilden. Im Allgemeinen haben wir daher nurzwei Erinnerungen zu machen, die sich übrigens ebenfalls fastvon selbst einem Jeden darbieten.

Erstens ist zu bedenken, dass Themale, die auf harmoni-chen Motiven beruhen, die schon früh (Th. I, S. 415) bemerkteLeerheit der blos akkordischen Bildungen an sich haben und über-dies meistens nur die eine in ihnen selber enthaltene Harmonie zu-lassen, allenfalls mit der Ausdehnung eines- Dreiklangs in einenSeptimenakkord, oder eines Septimenakkordes in einen Nonenakkord.Erwägt man nun, dass ein Fugenthema in der Ausarbeitung oftwiederkehrt, so sieht man, wie leicht Einförmigkeit und Leere beider Wahl eines solchen Themas zu befürchten ist, und wie wohlman besonders Anfangs thut, seine Themate nicht allein oder vor-herrschend aus harmonischen Motiven zu bilden. Seb. Bach, dergleichsam alle Richtungen der Fugenform schaffend durchforscht hat,ist auch zu einem solchen harmonischen Thema

gekommen und hat es mit meisterhafter Leichtigkeit behandelt '),Aber bei aller Nettigkeit und Lebendigkeit des Tonstückes ist esdoch weit entfernt von der reichen und tiefen Ausarbeitung dermeisten Bachschen Fugen; der Meister selbst hat fühlen und er-kennen müssen, dass dieses Thema einer reichern Behandlung nichtgünstig sei.

3. Inhalt des Themas.

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*) Ein ähnliches, aber von verschiednem Sinn, ist in No. 413 mitgetheilt.