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ZAveilens hat man längst ausfindig gemacht, dass eine ge-wisse Tonfolge besonders geeignet sei, fliessende Harmonie, Vor-halte mit Bindungen u. s. w. hervorzurufen. Es sind dies jeneQuartquintengänge,
die wir schon im ersten Theile, No. 319 bis 323 als Grundbässevon Septimen- und Nonenakkordfolgen in Bewegung gesetzt haben.Allein eben desshalb sind dergleichen Gänge bald nackt, bald ver-kleidet so oft schon zu Fugenthematen gebraucht worden, dass manförmlich vor dem damit eingerissenen Schlendrian warnen muss.Ohnehin sind dergleichen Tonfolgeu, vermöge ihres gleich-bleibenden Grundgehalts eher zu Gängen, als zu Satzbil-dungen geeignet und verbreiten bei der Durchführung des Themasdurch die Stimmen über das Ganze eine solche Eintönigkeit,dass man leicht nichts Andres, als einen fortgesetzten Gang zuhören meint. Es kann nicht ausgesprochen werden, dass derglei-chen Gänge unzulässig oder unbrauchbar seien; vielmehrwerden wir gelegentlich seihst noch Themate zu betrachten haben,die auf ihnen beruhen und trefflich bearbeitet worden sind. Nurvor der bequemen Hingebung an das Gewohnte und leicht zu Hand-habende war zu warnen.
4. Harmonische Konstruktion.
Wir wissen schon (S. 242), dass das Thema geeignet seinmuss zu einem Schluss, — also der Regel nach zu einem Ausgangaus dem Dominantakkord in den tonischen Dreiklang des Haupttonsoder einer andern Tonart, in die man übergeht. Diese Regel istgenügend.
Die ältere Theorie spricht noch aus: das Thema müsse einegute Harmonie, oder wo möglich mehr als eine Harmonisirung zu-lassen; ja man hört sogar öfters ein Thema um so günstiger nen-nen, je reichere und je mehrfache Harmonie es gestattet. DieseAussprüche scheinen theils falsch, theils überflüssig.. Denn es mussuns schon aus dem ersten Theil einleuchten, dass jeder kunstmässiggebildete Salz auch nothweudig eine angemessne Harmonie zulässtoder vielmehr in sich trägt, und dass die meisten Sätze mehr alseine, oft sehr viele Harmonisirungen möglich machen. So weit istalso jene Bemerkung überflüssig. Nun ist ferner zwar zuzugeste-hen (und uns längst bekannt), dass Wechsel in der Harmonie einesder Mittel ist, Mannigfaltigkeit in den Salz zu bringen. Allein zugleichem Zwecke stehen uns noch ganz andre Mittel zu GeboteJ;und es ist übrigens keineswegs der Zweck eines Kunstwerkes, mög-lichste Mannigfaltigkeit darzulegen, sondern einzig und allein: dieIdee des Künstlers — einfacher oder mannigfaltiger gestaltet — zu