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2 (1847)
Entstehung
Seite
163
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nimmt und auf die Terz geht, so bleibt für die erste Weehsel-slinune nur die Quinte und dann, wahrend der Bass die Terz giebt,der Gruudton und dessen Oktave. Biese kann kauin anders, alszu dem neuen Akkorde (auf der Dominante) die Terz nehmen,und so bleibt für die andre Wechselstimme gewiss nichts übrig,als die Quinte und dann, wie vorher, der Grundton und seineOktave. Hiermit ist, gleichsam versuchsweise, das Motiv jenerStimmen (also das zweite im Salze) gebildet, und nun ist dernächste Schritt, dass es sicli nur ein wenig Hiessender umgeslalteund durch Festhalten der bisher abbrechenden Töne sich zu einemstetigen Wechselgesang ausbilde.

Die Meisterschaft ßachs bewährt sich eben darin, dass er nurdas Näehslnöthige setzt, nie aber die Kraft und Gewandtheit ent-behrt, dieses Nächste immer weiter, bis an die äussersten Gränzengleichsam seines Inhaltes zu führen, so weit die Sache und seingetreu ihr zugewandter Wille es bestimmt. Dieser treue Dienst,diese Mässigung und Bescheidung bei so hoher Kraft ist cs, wasihn zum ewigen Musterbilde jedes Künstlers erhebt. Man erfüllesich mit der heiligen Innigkeit seiner Weisen, lasse sich durch-schüttern von der fiiesengewalt seiuer Massen; und dann untersu-che man den Bau, um sich zu überzeugen, dass sein Fortgang einstets ruhiger und einfacher ist, aber ein stetig, unermüdet und un-erschöpft vordringender. So im Obigen (No. 224) die Ilarmoniefolge

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von Tonika, Dominante, Tonika, Unlerdominaute, Parallele u.s. w.;so ferner der Gang des Basses, die einfachste natürlichste Weise,eine ruhig fliessende Stimme über die von der Modulation indizirtenBasstöne zu ziehen; so endlich die Oberstimmen, welche nur demVerlangen des Basses zu gihoiehen und gleichsam unabsichtlich ineinen eignen Gesang gezogen scheinen.

Man könnte von einem solchen Werke die erste Intention unddamit das Ganze verwerfen, z. B. jene Weise der Bassstimme unddie Antwort der Oberstimmen nicht zusagend oder bedeutend genugu. s. w. linden. Hat man aber den ersten Antrieb, die ersten Ge-bilde gellen lassen, so folgt das Weitere in einer solchen Kraft derKonsequenz, in so voller Vernünftigkeit, dass es sich gleichsam miteiner Naturnotwendigkeit durchsetzt und man schwerlich einen ge-gründeten Anlass findet, irgendwo abzulenken, wenn gleich man(wie schon oft gesagt) zugeben muss, dass auf jedem Punkte man-cherlei andre Wenduogeu und Wege möglich wären.

Bedenken wir nun, dass diese Komposition keineswegs einesder wichtigsten, aus tiefer oder umfassender Idee und Anregung

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