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dies würde selbst über den ansprechendsten Inhalt Einförmigkeit ver-breiten.
Da das Motiv Hauptinhalt ist, so gereicht es zur Steigerung,wenn w r ir es, etwa gegen den Schluss der Strophen oder des Cho-rals , in mehr als einer Stimme gleichzeitig einführen, oder in einund derselben Stimme wiederholt hintereinander anwenden. Könnenwir endlich bei dem ersten Entwürfe die übrigen Stimmen nebender das Motiv Vortragenden irgendwo nicht gleichzeitig festhallen,so folgen wir einstweilen blos der Anlage der Motive und füllennach Vollendung des ganzen Entwurfs die Lücken aus. — Bei allenpolyphonen Formen ist dieses uns schon bekannte Verfahren be-sonders dringend zu empfehlen, ja, vor erlangter Meisterschaftschlechthin nicht zu entbehren und dem Geübtesten selbst noch ofthülfreich. Es führt uns zu raschem, freiem und kühnem, durchkeinen Nebenzweifel verkümmerten Entwürfe. Dieser aber ist dieerste, — und sorgsame, unermüdlich fleissige Ausführung die zweiteBedingung des Gelingens künstlerischer Arbeiten.
Versuchen wir uns nun an dem Choral: Ach Gott und Herr,den wir vorzüglich wegen der bequemen Kürze seiner Strophen,und in seiner neuern (freilich schwachem) Gestalt wählen. DieMelodie findet sich Th. I, No. 473. Die beiden ersten Strophendenken wir uns mit diesem Harmonieentwurfe:
Die Modulation ist mit Rücksicht auf den Text von den näch-sten Zielpunkten (G und Cdur) abgewendet; doch behalten wir unsvor, davon abzuweichen, die erste Strophe vielleicht doch nach G,die zweite nach C zu lenken. Die Stimmen sind weit genug aus-einander gelegt, um einem Motiv Raum zu geben.
Wir suchen ein einfaches Motiv. Das einfachste wäre feineharmonische Figur, z. B. im Alle, wie hier
a=a
bei a. Allein wir kennen schon genugsam die Hohlheit einer blosharmonischen Figurirung, wollen das Motiv also lieber diatonisch,ausfüllen, wie bei b.