Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
91
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Aus demselben Grund ist die Mittheilung über Schusssatzund Ueberleitungssatz (S. 88) nicht in die Lehre von derfreien Liedform gestellt worden, sondern in die vom Marsche. Dorthätte sie neben so viel sonstigem Freien verwirren können, hierhat es neben der vorherrschenden Gemessenheit keine Gefahr damit.Dass dergleichen Sätze auch bei andern Liedformen nöthig werdenkönnen, versieht sich und ist schon S. 86 angemerkt.

Die

achte Aufgabe

nun, die wir durch Obiges besonders empfohlen haben wollen, be-steht darin:

aus dem in No. 120 gegebnen Motiv eine ganze Reihe vonMärschen zu entwickeln,

jeden mit seinem Trio zu versehen und dabei allmählig alle ver-schiednen Wendungen der Marschform zur Anwendung zu bringen.Wer uns mit der Notenfeder in der Hand bis hierher gefolgt ist,weiss, dass dieses Motiv wie jedes andre unerschöpflich ist. Erfrage sich , nur, in welche Tonart er dieses C CC stellen wolle,u welcher Stimme, zu welcher Harmonie, in welcher Fortschrei-tung u. s. w. und es wird ihn eher die Sorge beschleichen, woer aufhören dürfe, als wo er neue Anwendungen hernehmen solle.Ist dieser Grundübung genug geschehen, so darf zur

neunten Aufgabe

übergegangen werden, Märsche in verschiednem Karakter, wie ebendie Stimmung oder eine besonders angeregte Vorstellung ihn vor-zeichnen, zu setzen. Eine Anleitung ist hier nicht möglich undwürde nur der eignen Auffassung des Jüngers störend vorgreifen.Er soll ganz frisch und unbefangen an diese Aufgaben gehen, dieihn aus dem Formstudium einmal in die freiem Regionen überfüh-ren, wo der künstlerische Geist sich selber seine Zielpunkte setzt.Formell ist er dazu vorbereitet und die Aufgaben, die sich hierbieten, leichtere *) und schwerere Märsche, Festmärsche, Trauer-märsche u. s. w. zeichnen sich schon durch ihre äusserliche Be-stimmung deutlich vor.

*) Sie werden bisweilen im Secbs-Achtel-Takt komponirt, der dann (S. 81)als Zweivierteltakt in Triolenbewegung aufzufassen ist.