Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
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einer oder der andern Seite freier ausgebildet werden. Das Motivd in No. 19 z. B. Hesse sich so

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ausfiihren, dass die zweitaktigen Glieder a b und c vielfach voneinander abweichen und nur einen gemeinschaftlichen Kern ( d , dasMotiv aus No. 4) festhielten. Eigentlich ist aber nicht dieser (d),sondern jene Glieder ( a , b, c) sind das Motiv; die Einheit desSatzes wird erhalten durch den gleichmässigen, von der Harmonienoch bestärkten Aufschrilt der Melodie. Enter solchen Umständenkann man sogar des gemeinsamen Kerns [d) entbehren, wie hier,

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anscheinend mit Aufopferung des Motivs, geschehen ist. Man er-kennt es im Wesentlichen dennoch durch alle Abweichungen undAenderungeu hindurch.

Die bisherigen Beispiele sind des Raumes wegen fast alle aufeine einzige Notenzeile gedrängt worden; dadurch hat die Beglei-tung eine oft ungünstige Beschränkung erfahren. Der Lernendemuss - selbst bei diesen ersten Uebungen danach trachten, jeden ein-zelnen Satz möglichst vollkommen (das heisst eben so wenig dürftigals überladen, sondern stets sinngemäss) darzustellen. Mag auchder künstlerische Werth der ersten Reihen seiner Sätze nur eingeringer sein, der Gewinn aus der Uebung wird sich nach demMaasse der Sorgfalt und Emsigkeit um so bedeutender erweisen.Mit dem fortwährenden Bilden wächst die Kraft des Bildens undin dem fortwährenden Neu- und Umbilden erhöht und verdichtetsich gleichsam die Urtbeilskraft und das künstlerische Bewusstsein,so dass man zuletzt selbst ohne vorgefasste und gewusste Absichtstets zu dem Rechten, Energischen, Höhern greift oder hindringtund Freudigkeit, Kraft und Erfolg sich gegenseitig mit einandersteigern.

Diese Mahnung gilt natürlich auch für alle folgende Aufgaben,während die Beispiele, nach wie vor im Raume möglichst beschränktwerden müssen.