21
seine Wichtigkeit verloren hat, oder endlich, weil es nicht ohneirgend eine unerwünschte Folge länger festgehalten werden könnte.Das Erstere ist an No. 1 (vergl. Th. I, S. 27) zu sehen; der zweiteund dritte Fall zeigt sich an No. 4. Wir hätten auch so
n i
i fl , j n
—*—*-»—j-—*— j-4 —
:_CJ-
_
VI/ -
f A f . •
t
r t tr-
I
setzen, das Motiv a also zum dritten Mal bringen können. Alleines schieu zu unbedeutend für stete Wiederholung und würde denSatz zu einer gleichen rhythmischen Einförmigkeit, wie die Sätzein No. 3, zurüekgebracht haben.
Das Einzige, was hier neu und als Fortschritt über die frü-hem Lehrabschnitte hinaus erscheint, ist: dass wir nicht blos Me-lodie oder Naturharmonie geschaffen, oder erst Melodie erfundenund dann Begleitung dazu gesucht, sondern dass wir die ganzeKomposition, — Melodie, Harmonie und ßegleitungsform gleichzeitigerfunden haben. Mag dies vorerst noch gering erscheinen, da einJeder schon aus dem Leben oder aus den frühem Uebungen Kraftgenug mitbringt, um solche Gebilde, wie No. 4, leicht zu schaffen;indem wir von nun an am neuen Grundsätze so viel wie möglich(S. 15) festhalten, werden sich Kraft und Erfolge steigern.
Die
erste Aufgabe *)
ist nun, nach dem Vorbilde von No. 4 und aus seinem Motiv im-
*) Von hier ab sind naeb dem Vorgang des ersten Theils in der drittenAusgabe
fünfzehn Aufgaben
ausdrücklich hervorgehoben worden, von deren Gegenständen der Verf. in fort-gesetzter Erfahrung hat gewahr werden müssen, dass die Durebübung wegender anscheinenden Leichtigkeit und Unbedeutenheit häufig vernachlässigt wird,während doch eben an ihnen für Erfindungskraft und den Sinn für OrdnungEbenmaass und Freiheit des Gestaltens die erwünschteste Entwickelung gewon-nen werden kann.
Nach der fünfzehnten Aufgabe hat diese Empfehlung nicht mehr nöthig ge-schienen. Von da (vielmehr schon von der neunten Aufgabe) schreitet die Lehrevon einer bestimmten nnd selbständigen Kunstform zur andern und man darfnm so mehr holfen, dass eine nach der andern durchgearbeitet wird, weit jedeihr eigentümliches Interesse mit sich führt (und zwar ein entsebiedneres, alsdie unbestimmten! freien Liedformen) und zugleich das Bedürfniss der Uebungklarer hervortritt. Dass in der Reihe der fernem Aufgaben (nach der fünf- 1 *zehnten) einige wichtiger oder fördernder erscheinen als andere, z. B. die Clio-ralfiguration und Fugenform bildender uud ergiebiger als die Nachahmung undder Kanon, ergiebt die Lehre von selbst. Der fleissige Schüler wird keine Formversäumen, wohl aber den grossem Theil seiner Zeit den wichtigem und er-giebigem widmen.