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2 (1847)
Entstehung
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oberster Richter dabei soll die Idee des Ganzen sein. Ein warnen-des Beispiel würden die angeblichen Verbesserungen ßachscherChoräle sein, die wir Th. I. S. 537 u. f. vorgeschlagen haben,wären wir nicht schon dort auf den liefern Grund zurückgegangenund hätten uns von dem Vorzüge der ßachschen Arbeit vor allenVerbesserungen aus niederm Gesichtspunkt überzeugt.

4. Vortlieil der Arbeit.

Unsre Arbeit wird, wie gesagt, Melodie und Harmonie, odermehrere Stimmen zugleich verbunden in das Leben treten lassen;es versteht sich von selbst, dass dabei auch das rhythmische Ele-ment thätig sein wird. Wir haben also mehr Mittel, als früher,zu gleicher Zeit in Bewegung zu setzen.

Hier ist es nun der grösste Vortheil, dass man sich nie einerSeite allein überlasse. Führt uns die Hauptstimme in einer glück-lichen, fliessenden Melodie fort, so wollen wir die Harmonie unddas Motiv, oder doch den Rhythmus der Begleitung mindestens inflüchtigen Andeutungen aufzugreifen und festzuhalten trachten. Stehtuns der Gang der Modulation klar vor Augen, so wollen wir wenig-stens einen Hauptpunkt für die Melodie zu fassen versuchen. Habenwir einen oder den andern Theil unsers Gebildes eine Zeit lang ver-säumen müssen: so wollen wir uns als seinen Schuldnererkennen, und uns nicht eher zufrieden geben, als bis er Ge-nugthuung für die Versäumniss erhalten hat.

Der Vortheil dieses Verfahrens, wenn es uns erst Gewohnheitgeworden, ist unberechenbar. Es bringt dahin, dass es uns niemalsan Stoff und Anknüpfung bei der Ausführung unsrer Arbeiten feh-len kann; es giebt uns in der Hauptmelodie, in dem Gang jederStimme, in der Harmonie, im Rhythmus, in jedem Motiv ebenso viel Fäden in die Hand, an denen wir unser Tongewebe forl-setzen und vollenden können, von denen wir einen zweiten unddritten hervorziehen können, wenn der erste nicht weiter zu lan-gen scheint. Man muss sie daher alle, oder wenigstens ihrerzwei sicher in Händen haben.

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Marx, Komp. L. II. 3. Aull.