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2 (1847)
Entstehung
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der Einleitung des ersten Theils gegebnen Grundsatz ein: Scharfund klar und frei ersinnen, rasch und kühn entwer-fen, gewissenhaft, eigensinnig prüfen, mit Sorgsam-keit und Sauberkeit ausführen. Was er ersonnen, dafürdürfen ihm wofern es nur recht ist nimmer die Mittel fehlen;er darf es nur aus der Ueberzeugung, dass es falsch und unrechtsei, niemals wegen irgend einer technischen Verlegenheit oder einesanscheinenden augenblicklichen Mangels an Kräften aufgeben oderändern. Der Entwurf muss scharf geprüft und ohne Rücksicht aufVorliebe oder Bequemlichkeit geändert oder verworfen werden,wenn er sich fehlerhaft zeigt. Ist er einmal festgestellt, so werdeer mit Sorgsamkeit und Liehe, aber ohne Peinlichkeit und Aengst-lichkeit ausgeführt.

5. JVarnung vor zwei Fehlern.

Vor Zweierlei hüte sich der Schüler.

Erstens meide er bei dem Erfinden und Prüfen des Entwurfsjenes grüblerische Wesen, das sich ewig mit dem Zweifel abquäll:ob nicht noch andre Wege da seien, auf denen man eben so wohloder besser fortfahren könne? und das sich nicht eher zufriedengeben möchte, als bis ein Besseres oder das Allerbeste herausge-bracht ist. Dieser hypochondrische Rost zerfrisst die Schärfe undStärke unsrer Thatkraft, und bezeugt eine Verirrung vom künst-lerischen Standpunkt oder sein völliges Verkennen. Denn es giebtauf jedem Punkte künstlerischen Arbeitens (wie schon der ersteTheil gezeigt bat) unzählige Wege, die möglicher Weise genom-men werden könnten, und man würde niemals einen Schritt weiterkommen, wollte man sich aufhalten, sie alle herauszusuchen,oder gar berechnen, welcher der bessere oder allerbeste sei. Demgereiften Künstler giebt innere Anschauung, oder Begeisterung ver-bunden mit Vollbewusstsein den Weg an, den er eben jetzt zu gehenhat; der Schüler soll den nicht mit Unrecht betretnen fortgehenund die danebel! sichtbaren zu zweiten und fernem Werken auf-heben. So wird er sich frisch und mulhig erhalten und von Werkzu Werk vorwärts schreiten. Mit allem erdenklichen Grübeln undBessern würde er doch an einem einzigen oder wenigen Werkennicht auslernen; es bedarf dazu unausgesetzten Arbeitens und fri-schen Vollendens möglichst vieler.

Zweitens meide er bei der Ausführung zu ängstliches, audas Kleinliche und Weichliche gehendes Ausbilden und Ausfeilen,das leicht die Stärke und Geradheit eines gelungnen Entwurfs zer-bricht oder bis zur Unwirksamkeit umhüllt. Es soll jede Stimme,ja jeder Stimmschritt erwogen, berichtigt, verbessert werden. Aber