Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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Einleitung

i. Anknüpfung an den ersten Tlieil.

Die Anfänge der Formentwickelung sind schon im ersten Buchegegeben. Hier ist Melodie. Harmonie, Modulation entstanden; inihnen wurden auch die drei Grundformen aller musikalischen Ge-staltung: Gang, Satz, Periode aufgewiesen, ln der letz-tem besitzen wir die erste in sich selbst vollkommen ausgebildeteGestaltung, also die erste Kunstform. Wir haben sie auchschon in der einstimmigen Komposition, und noch mehr in der An-wendung der Naturharmonie zu einfachen, oder zwei- und drei-teiligen Tonstücken, benutzt. Dort aber war uns diese Form nurMittel zu dem Zweck, unsern Sinn einstweilen an geringem Ton-stoffe nach der rhythmisch-melodischen Seite hin auszubilden. Erstspäter sind wir zu dem Vollbesitz der harmonischen und modulato-rischen Mittel gelangt.

An dieser früh gefundnen ersten Kunstform knüpfen wir nun wie-der an. Wir kehren aber zu ihr zurück, ausgerüstet mit allenMitteln der Harmonie und Stimmführung, und trachten danach, jedeAufgabe in allen ihren Theilen zugleich zu erfassen. Nicht alsosoll etwa erst eine Hauptmelodie erfunden, dann Harmonie dazu er-sonnen, endlich die Stimmführung ausgearbeitet werden. Sondernwir wollen so weit und so bald es uns nur möglichist die etwaige Hauptstimme mit Harmonie und derFührung der Nebenstimmen zugleich erfinden.

2. Methode der Arbeit. *

Allein dies ist selbst dem Meister bei schwierigem, umfassendemAufgaben nicht immer möglich, wie viel weniger dem Anfänger.

Hier wollen (wir nun zu unsrer alten Maxime (Th. I, S. 27)unsre Zuflucht nehmen. Wo uns das Ganze des unternommenenWerks nicht klar vorsteht, wollen wir vorerst das, was gewissist, was wir bereits als sicher und recht erkannt haben, notiren,für das Uebrige Lücke lassen, und vor Allem danach trachten, dieKomposition wo möglich in Einem Zuge bis zu Ende zu entwerfen.Noch einmal und noch dringender präge sich der Schüler den in