Druckschrift 
[3] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
236
Einzelbild herunterladen
 

2Z6

keine greift so unmittelbar die Ehre der Nation an, alsdiese) uns bey unfern Nachbarn verächtlich zu machen;so wollen wir uns wenigstens die Nebel, die sie unsselbst zufügt, nicht verbergen. Nichts hat so sehrbcy-getragen, bey uns die Begriffe von Redlichkeit, Ein«falt und Uneigennützigkeit umzustürzen, oder diese Tu-genden lächerlich zu machen; nichts hat jenen unglück-lichem Hang zur Ueppigkeit und Weichlichkeit, der

E

zwar allen Menschen gemein ist , bey uns aber durchunsere characteristische Lebhaftigkeit, nach welcher wiruns gleich mit Wuth an alle Gegenstände hängen, die ^"man uns zu unserm Vergnügen darbietet, zur andern iitNNatur wird, so sehr bestärkt; nichts setzt den fran-zösischen Adel insbesondere so sehr herab, alSdasschnel-le und glänzende Glück der Unternehmer, weil die d««nur zu gut gegründete Meinung verbreitet- daß inFrankreich dieses beynahe der einzige Weg ist, zuEh-^ renstellen und den höchsten Würden zu gelangen, und ^daß alsdann alles vergessen ist und alles rechtmäßig wird.

! >!!

Wenn man bis zu der Quelle hinaufspüren'will, »chuso sind die kriegerischen Tugenden beynahe die einzigen «chn«Eigenschaften, wodurch in Frankreich der wahre Adel H/Merlangt, fortgepflanzr und verherrlicht wird. Man »Wwird diesen Gebrauch weder für eine bloße Meynung Äkchnoch für ein Vorurtheil halten, wenn man erwägt, daß ilrMnichts natürlicher ist, als demjenigen Stande, durchwelchen die andern in der Sicherheit , ohne die eSkeinwahres Gut giebt, bestehen und erhalten werden, denVorrang einzuräumen; aber dieser Stand führt nichtztt großen GlückSgürern, und zwar ist dieses gerade eine ^ ^Würkung jener Simplizität, weiche das Älterthum unddie Reinigkcit seiner ersten Einrichtung beweiset; er istblos ehrenvoll , weil man damals noch keine» andern ^Lohn für schöne Handlungen kannte, als die Ehre, ^

Jetzt