sogleich heftig in sie verliebt. Hätte er doch den Kum.mer voraussehen können, den diese neue Leidenschaftihm in der Folge verursachen würde! Aber es wareinmal Heinrichs Schicksal, daß die Schwachheit,die seinen Ruhm verdunkelte, auch das Glück seinesLebens vergiften sollte.
Das Mädchen war kein Neuling. Obgleich sienicht unempfindlich gegen das Vergnügen war, einen/ so großen König sich um sie bewerben zu sehen, so hör-te sie doch noch mehr den Ehrgeitz, der ihr schmeichel-te, daß eö ih'' in dem jetzigen Verhältniß vielleicht nichtunmöglich seyn würde, ihre Rolle so gut zu spielen, daßsie aus ihrem Liebhaber einen Gemahl machen könnte.Sie übereilte sich daher nicht, seine Wünsche zu erfüllen.Stolz und Schamhaftigkerr wurden wechselsweise an-gewendet, und in der Folge der Eigennutz. Sw ver-langte nicht weniger als hunderttausend Thaler zumPreis für die letzte Gefälligkeit. So bald sie sah, daßsie Heinrichs Leidenschaft durch ein Hinderniß nur ge-reitzt hatte, welches mir so fähig schien sie abzukühlen,baß er mir nur mit äußerster Gewalt diese Summe ab-dringen konnte, so verzweifelte sie weiter an nichtsund sann nur auf neue List. Sft führte den Zwangan, worinn ihre Eltern sie erhielten (6), und die Furchtvor ihrer Rache, wenn sie in des Königs Verlangenwilligte. Er antwortete darauf so gut eö ihm möglichwar, aber er konnte das Fräulein nicht befriedigen, undendlich wußte sie einen günstigen Augenblick zu fassen,und sagte ihm rein heraus, sie würde ihm nie etwaseinräumen, wenn er ihr nicht schriftlich verspräche, siebinnen einem Jahre zu Heyrathen. Es geschähe nichtum ihrer selbst willen, sagte sie, daß sie dieses Ver-sprechen forderte, und dabey begleitete sie diesen sonder-baren Vorschlag mit einem Anschein von Bescheiden-heit, der den König nur noch verliebter machen mußte.