scheußliche Entstellung sonst so schöner Gesichter, undnoch einige andere Symptomen , die man sonst jeder-zeit würde für natürlich oder höchstens für Wirkungenvon Gift gehalten haben, veranlaßen das Gerücht,welches sich überall verbreitete, der Tod dieser beydenjungen Frauenzimmer, fcy, eben sowohl als ihre Er-hebung, ein Wort des Teufels, welcher jetzt gekommenwäre, sich für die kurzen Freuden, die er sie hätte ge-nießen lassen, selbst bezahlt zu machen. Die Seucheder Magie und der verborgnen Wissenschaften war da-mals so stark, und der Haß und Neid gegen den ho-hen Rang, den diese beyden Frauen erreicht hatten,so groß, daß diese Sache nicht nur unter dem thörichtleichtgläubigen Volke sondern auch unter den Hosteute»selbst für eine gewisse Wahrheit galt.
Folgendes erzählte man von dem Tode der Ge-mahlin des Connetable ( 38 ), und zwar, wie es hieß,auf den Bericht der Damen selber, die damals bey ihrversammlet waren. Zndem sie sich ganz vergnügt mitdiesen in ihrem Kabjner unterhielt, trat auf einmal eis'ne von ihren Kammerfrauen mir erschrocknem Gesichtherein und meldete ihr, ein Gewisser, der sich für einenCavalier ausgäbe, auch von gutem Ansehen wäre, nurdaß er etwas schwärzlich aussähe und eine gigantischeFigur hätte, sey so eben in das Vorzimmer getreten,und verlange mir ihr über Sachen von der äußerstenWichtigkeit, die er nur ihr allein entdecken könne, zureden. Die Frau von Montmorency ließ sich die gan-ze Gestalt dieses außerordentlichen Borhschafterö aufdas genaueste beschreiben, und bey jedem Zuge sah mansie erblassen und in eine so schreckliche Herzensangst ge-rochen, daß sie kaum noch die Kraft hatte, zu sagen,man möchte den Cavalier bitten, seinen Besuch aufeine andere Zeit zu verschieben. Aber er antwortete