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„einen großen Gelehrten, Ihren gewöhnlichen Beicht-„vater schicken, der sich auf die Gewiffenöfälle ganz„vortrefüch versteht." Dieser große Gelehrte und Ge-wissensrach war Roquclaure, von Alters her und nochjetzt der Gefährte des Erzbischofs in allen seinenSchwelgereyen, und der ihm durch seine Vorbitte denStuhl von Rouen verschafft hatte. Der Erzbischofverstand sehr gut, was diese kleine Drohung bedeutete;und seine etwas verwirrte Mine war hinlänglich den Kö-nig zu überführen, daß er die großen Vortheilc fürchtete,welche der vertraute Umgang Roguelauren über sihngeben konnte; ohne noch die zu rechnen , welche erdurch seinen fceymüthigen, schnellen und fruchtbarenWitz erhielt, welchen der ganze Hof an ihn kannte,und den der Prälat eben nicht an eine übertriebeneEhrfurcht für den bischöfflichen Characeer gewöhnt halte.
Der König ließ Roquclaure gleich kommen, sobald er den Erzbischof verlassen hatte. „Wissen Sie„wohl," sagte er zu ihm, „daß Ihr Erzbischof sichS„einfallen laßt, den Prälaten und den Doctor zu ma-nchen, und daß er mir die heiligen Kanons anfuhrt,„von denen er doch, glaube ich, nicht mehr versteht„als Sie und ich. Bey dem allen aber bleibt mir„durch seine Weigerung meine Schwester sitzen. Thun„Sie mir den Gefallen und reden Sie mir ihm, wie„es Jhrd Art ist, und erinnern Sie ihn ein wenig an„die alten Zeiten." „Ach, bcyM Himmel! Sire,"schrie Roquelaure, „Das ist nicht recht, denn so wahr„ich lebe, mich dünkt es ist Zeit, daß unsere Schwe-„ster Kathchen auch die Süssigkeiten des Lebens schme-„cke. Ich glaube nichts düß sie künftig wegen zu gro-„ßer Jugend daran sterben wird. Aber, Sire, sa-ngen Sie mir nur, was giebt denn der saubre Bi»„schos für Gründe an, denn bisweilen ist er eben so