durch in einer etwas ruhigem Gemüthsfaffung. Wä-re er ein Zeuge der heftigen Bewegung gewesen, inder ich mich befand, als ich in mein Kabinet trat;er würde etwas von dem Lobe nachgelassen haben, daser mir nach meiner Entfernung gegen die Hofieute bey-' legte. Jetzt erst, da sich eine Menge verfchiedner Be-trachtungen meinem Geist vorstellten, fühlte, ich ganzdaS Niederschlagende unsrer Verhältnisse. Die könig-lichen Kassen waren leer, er hatte nicht ein einzigesRegiment, daß im Stande war Dienste zu thun; unddoch mußten wir Geld und Truppen haben, undzwar beyde in ansehnlicher Menge, und auf derStelle. —
Ich durchsuchte meine Aufsätze. Ich überdachtedie Mittel, Geld aufzubringen, mit denen ich mich oftin müssigen Stunden beschäftigt hatte, weil ich immervoraussah, daß der König es bald nöthig haben wür-de. Sie lassen sich alle in zwo Klassen bringen: dieEinfachsten, wo es nur darauf ankömmt, die Steuernoder eine schon eingeführte Auflage zu vermehren; unddie Schwereren, wo man neue Quellen ersinnen muß,aus welchen das Geld geschöpft werden kann. Esschien mir nicht politisch gehandelt zu seyn, zu der er-sten Art meine Zuflucht zu nehmen. Denn nach allenDen Geißeln , die das Landvolk schon getroffen hatten,«S noch durch eine Vermehrung der Abgaben zu belä-stigen, von welcher es allein das Opfer würde, unddies zu einer Zeit, wo es kaum angefangen hatte Arhemzu schöpfen, dies hieß, den Untergang des Staatsvollenden, und auf die Zukunft dem König selbst sei-ne fruchtbarsten und in einem gewissen Verstände seineeinzigen wahren Hülssquellen rauben.
Ich beschäftigte mich also bloß mit denen von derzweyten Art, und blieb endlich bey folgendem Entwurf
stehen