Druckschrift 
[3] (1792) (1792)
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

seit kurzem einen alten Mann geheirathet hatte, derGegenstand dieser Galanterie war. Montmorencysuchte zu seinem Ball unter allen Hofleuten ihrer zwölfeaus, von welchen er glaubte, daß sie mit der meistenPracht dabey erscheinen würden; und mir ließ er durchden König befehlen, einer von den Zwölfen zu seyn.Nie habe ich in dieser Art etwas so gut angeordnetgesehn, das zugleich durch jene paffende Genauigkeit undDadurch, daß zu allem der rechte Augenblick gewähltwar, welches diesen Arten von Lustbarkeiten den höch-sten Werth giebt, mehr Vergnügen erweckt hätte.Dieses Fest hatte bey weitem den Vorzug vyr allenden übrigen, aber es war auch das letzte, und wurdeam Ende noch .sonderbar gestört.

Um 2 Uhr nach Mitternacht war ich nach Hau-se gegangen und lag schon seit etwa anderthalb Stun-den im Bette, als Beringhen auf einmal in meineKammer trat, und so bestürzt war, daß er mir wei-ter nichts sagen konnte, als daß ich gleich zudem Kö-nige kommen sollte, und daß diesem nicht persönlichein Unglück begegnet wäre. Dies war gleich meineerste Frage gewesen, und seine Antwort tröstete michgewissermaßen im Voraus, denn ich sah kein durchausunwiederbringliches Unglück, so lange sein Leben in Si-cherheit war. Ich kleidete mich nun eiligst an, undrannte in der größten Unruhe nach dem Louvre. Sowie ich in des Königs Zimmer trat, sah ich ihn mitgroßen Schritten hin und her gehen, im Nachtzeuge,die Hände auf dem Rücken gefaltet, den Kopf herab-hängend. und auf seinem Gesicht die Zeichen des tief-- sten Kummers. (2) Die Hofleute standen von bey»den Seiten, an die Wand gelehnt, und keiner sprachei» Wort.