, "
L<z2 n " '
Dem sey wie ihm welle, so muß ich zum Lobe dieserPrinzessin gestehen, daß dies ein Zeichen von Seelen,größe war, dessen wenige andre würden fähig gewesenseyn. Harre man aus ihrem Charakter ein Uebcrmaaßvon Lebhaftigkeit wegnehmen können, n*.!che sie nichtim Stande war zu überwinden, und zu der in dieserSache noch die Gewalt der unbändigsten aller Leiden«schäften sich gesellte, so würde nur ein von Natur gutesund biegsames Herz, das selbst derFreundschaft und derDankbarkeit fähig war, übrig geblieben seyn.
Sie wählte die Frau von Pangeac, welche einevon meinen Freundinnen war, um ihr ihre veränder-,ten Gesinnungen gegen mich mitzutheilen. Sie thatselbst bey meiner Gemahlin die ersten Schritte. Ichhatte diese zu Moret im Kindbette gelassen. Nach-dem sie wieder hergestcllt war gieng sie eines Tages nachFontainebleau in die Predigt, und kehrte zurück ohneder Prinzessin ihre Aufwartung gemacht zu haben, in-dem sie eine leichte Unpäßlichkeit derselben, welche sieim Berte hielt, zum Vorwand nahm. Frau von Pan-geac machte ihr Vorwürfe darüber, im Grunde aufAn-siiften der Prinzessin, ob sie gleich sich stellte, als obsie cö für sich selbst rhäte. Meine Gemahlin sah sich ge-riörhigc zu antworten, der Fuß, auf dem Madame mitmir stünde, erlaubte ihr diese Ehre nicht. Bey einerzweiten Reise nach Fontainebleau ließ ihr die Prinzes-sin sagen, die Ursach, die sie der Frau von Pangeac an-gegeben Härte, dürfe sie nicht abhalten, zu ihr zu kom-men, und nahm sie mit der gnädigsten Art auf. Siegestand ihr freimüthig, sie sey noch nicht ganz mit mirausgcsöhnt, weil sie nach allen den Beweisen ihrerFreundschaft, die sie mir in ihrer Jugend gegeben häk-le, ganz was anders von mir erwarten zu können sichberechtigt hielte. Sie erzählte nachher meiner Gemah-lin