ringeres ankäme, als an die Stelle des Prinzen vonConde zu treten, wahrscheinlich Seine Majestät dahin' bringen würde, seinen Gegner zu unterstützen. -— Miteinem Wort, ich gab mir so viele Mühe, daß ich glau-be , jeder Andre würde das Unrecht des Grafen einge-sehn haben.
Die Prinzessin, die während dieser ganzen Redein tiefes Nachdenken versunken war, das aber mehr ausbittern Kummer als aus weiser Ueberlegung entstand,unterbrach mich hier, um mich zum Schluß zu brin«.gen, den ich ihr als vortheilhaft vorgestellt hatte, undder sich immer weiter entfernte, ja länger ich redete.Da sie aber'Einmal das Wort genommen hatte, sowar sie nicht im Stande wieder aufzuhören; ihr Ver-druß gewann wieder die Oberhand, und sie brach zumzweiten male gegen mich und gegen den König los. Ichsuchte blos sie zu betrügen, sagte sie, und ihr Bruder,setzte sie spöttisch hinzu, liebte sie so sehr, daß er sichgar nicht entschließen könnte, sie weg zu geben. ZumBeweis machte sie mir ein weitläuftiges Verzeichnis al-ler derer, die für sie geseufzt hätten. Bey einigen vondiesen wäre mir eö leicht gewesen , ihr zu zeigen, daßsie durch ihre eigne Schuld vortheilhafte Heirathen ver-fehlt hatte; zum Beyspiel, als sie den König vonSchottland ausschlug. Sie verschonte weder ihreMutter noch Heinrich den dritten, welche alle das ihrigebeygetragen hätten, um sie im ehlosen Stande zu erhal-ten. Ihr Herz, das nach so vielen Schmähungenendlich auch gern einmal loben wollte, brachte natür-lich alles bob auf den Grafen von Soissonö, und dieserArtikel wurde im entgegengesetzten Stil nun noch weit-läufciger auögeführc.
Endlich besann sie sich, daß sie mich blos unter-brochen hatte, um desto eher den guten Rath zu hö-