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Zweyte Abtheilung, Zweyter Band (1792)
Entstehung
Seite
246
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Ich fand den König noch zu Amiens, und wenigeTage nachher kamen die Deputaten der vornehmstenStädte von Provence und Languedoc an. Heinrichnahm ihre Komplimente und Reden mit seiner gewöhn»lichen Güte auf. Der Abgeordnete von Marseille, derfstr eine so alte und zu jeder Zeit ihren Fürsten so treueStadt sprach, wurde mit dem größten Vergnügengehört.

Mein Bericht hatte dem König nicht nur seinenIrthum wegen alles dessen, was man dem Herzog vonMontpensier hatte aufbürden wollen, benommen, son-dern ihn auch mehr als jemals von der Liebe desselbenüberführt. Er beschloß nun, einen lezten Versuch zuseinem Besten zu machen, und ich hatte das Unglück,daß er mir wieder diesen neuen Auftrag gab. EinesAbends ließ er mich vor sein Bette kommen, und sagtemir, ich müßte zu der Prinzessin Katharina reisen, un-ter dem Vorwände, daß ich bloS in seinem Namen ihr«inen Besuch abstattete; in der Thar aber, um sie zubewegen, daß sie für den Herzog von Montpensier die ^Gesinnungen annähme, die sie, seit der Rückgabe desFreirarhöversprechens, noch immer für den Grafen vonSoissons hegte. Nach dem, was über diese Sacheschon zu Chartres vorgefallen war, hielt jchs für Ver-wegenheit, mich noch darein zu mengen, und für durch-aus unmöglich, sie glücklich durchzusetzcn. Ich be-schwor den König, mir bey der Prinzessin und demGrafen diesen lezten Grund, mich ewig zu hassen, zu .ersparen. Aber alle meine Bitten, so dringend ich sieauch wiederholte, waren vergebens. Er antwortetemir blos mit dem Sprichwort: gute Herren machendreiste Bediente; und es blieb mir nichts übrig, als zugehorchen.

Meine