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werden und erblassen. Aus diesen Bewegungen, dieich nie, auch in der größten Gefahr, anjhm bemerkthatte, war mir es leicht, die Stärke seiner Leidenschaftfür diese Frau zu beurtheilen.
Nachdem die ersten Augenblicke der Zärtlichkeitvorüber waren, brachte mich der König aufseine Ange-legenheiten. Die dringendste war die Nachricht, wel-che man ihm in einem Briefe von Rouen schrieb, daßder Herzog von Monrpensier, inniger als jemals mitden unruhigen Köpfen verbunden, einen wichtigen An-schlag, den man aber nicht entdeckte, gegen -seine könig-liche Person schmiedete, und auf alle Art seine An-hänger zu vermehren suchte. Den König schmerztedies um desto mehr, weil er auö Neigung den Herzogliebte, und auch, da die Politik ihm verbot sich durchdie Vermählung seiner Schwester mit dem Grafen vonSoissmö oder einem von den Lothringischen Prinzen zuverbinden, sich gewöhnt hatte, ihn als seinen künftigenSchwager zu betrachten. Er wollte, ich sollte alles an-dre liegen lassen und nach Rouen gehen, um den Her-zog von Monrpensier zu seiner Pfiicht zurück zu brin-gen, oder seine heimlichen Bemühungen zu vereiteln.
Ich brachte sechs Tage daselbst zu, und währenddieser Zeit überzeugte ich mich völlig, daß die Beschul-digung gegen diesen Prinzen durchaus falsch und einKunstgrif von denen war, die so gern Verwirrung inder Regierung stifteten. Weit entfernt von den Ge-sinnungen, welche man ihm beymaß, ließ der Herzogvon Montpensier in allen seinen Handlungen und Re-den nichts sehen, das nicht seine Anhänglichkeit an diePerson des Königs bezeugt hätte. Diejenigen, mitdenen er einst über diesen Punkt in den genausten Ver-bindungen gestanden hatte, dursten mehr mehr andersin seiner Gegenwart reden, und verzweifelten, ihn je-mals