Ich kam den Abend nach Maubuisson, welches ge-«viffermaßen eine Vorstadt von Pontoise macht. Frauvon Liancourt war noch hier, und ich nahm den folgen-den Tag mit ihr den Weg nach Clermont. Sie saßin einer Sänfte, ich ritt etwa 7 bis 800 Schritte vor-aus, und kurz hinter ihr folgte eine große, schwere Kut-sche, worin ihre Kammerfrauen saßen; vor und hinterder Kutsche giengen Maulesel, die das Gepäck trugen.Eine Meile von Clermont, da wir uns eben auf einerStelle befanden, wo der Weg durch eine steile Erd-wand auf der einen, und einen jähen Absturz iw eintiefes Thal auf der andern Seite, so verengert wurde,daß genau etwa zweyWagen neben einanderPlatz hat-ten, war der Kurscher um irgend einer Nothivendigkeitwillen abgestiegen. Einer von den Mauleseln, derneben der stillstehenden Kutsche vorbey gieng, erschreck-te durch sein Wiehern und seine Schellen die Pferde,die zum Unglück jung und scheu waren, dergestalt, daßsie durchgiengen. Sie rissen den Wagen und seineHanze Ladung mit einer solchen Gewalt fort, daß siezwey Maulthiere, welche sie faßten, gleich über undüber stürzten. Die Weiber in der Kutsche die jezt ihreGefahr begriffen, da sie tausend offne Abgründe unterihren Füssen sahen, erhoben ein Zetergeschrey. Ver-gebens rüsten, schrien und zerarbeiteren sich der Kut-scher und die Eseltreiber, die Pferde waren nicht aufzu-halten. Schon waren sie nur noch etwa 50 Schrittevon der Sänfte entfernt, als die Frau von Licmcourt,durch den Lermen erschreckt, den Kopf hinaus steckte.Sie that einen fürchterlichen Schrey, da sie gar keinMittel sah, zu verhindern, daß die Sänfte nicht hinabgestürzt würde. Ich drehte mich auch um, und erblick-te mit Schaudern die Gefahr dieser Frau und ihresganzen Haufens; und doch sah ich nicht ab, wie ichihr helfen könnte, weil ich gar zu weit entfernt war.
„Ach