wäre, um einen Bissen zu essen und die Pferde in demersten Wirtöhause, das uns Vorkommen würde, zu füt-tern. Es hatte das Zeichen zu den drey Tauben, des-sen ich mich nicht mehr erinnern würde, wäre mir nichtein lächerliches kleines Abendtheuer hier aufgestoßen.
Indem ich allein in ein sehr weitläuftiges Zimmertrat, fand ich einen Mann, der mit großen Schrittenhin und her gieng, und in seine Gedanken so vertieftwar, daß er mich nicht grüßte, ja, wie ich glaube, garnicht einmal sah. Je genauer ich ihn betrachtete, jesonderbarer schien mir alles an seiner Person, seinerStellung, seiner Gesichtsbildung, und seinem Anzug;ein langer äußerst schmächtiger Körper, ein magres ab-gezehrtes Gesicht, ein dünner und in zwey Theile ge«theilter Bart, ein mächtiger Hut, der ihm das ganzeGesicht beschattete, ein bis an den Kragen zugeknöpfterMantel, ungeheure Stiefeln, ein Degen, der auf demBoden nachschleppte, und in seinerHand eine große dop-pelte Pacrontasche, so wie man sie am Sattelknopfträgt. Ich fragte ihn ziemlich laut, ob er in diesemZimmer logirre und warum er so tief in Gedanken wäre.Er verachtete meine Frage und antwortete mir kurz,ohne mich zu grüßen oder nur anzusehen, er wäre inseinem Zimmer und dächte an seine Angelegenheiten sowie ich an die weinigen. Obgleich ich über die Grobheitdieses seltsamen Geschöpfs ein wenig betroffen war,bat ich ihn doch mit aller möglichen Artigkeit, mir einenAufenthalt in seinem Zimmer zu erlauben,welches er abermurrend und auf die unhöflichste Art abschlug. Indem Augenblick traten drey von meinen Edelleuten,meine Pagen und einige von meinen Bedienten herein;dies bewog ihn, seinem Gesicht und seinen Worten einesanftere Stimmung zu geben. Er nahm seinen Hutab und bot mir alles an, was in seinem Vermögen